Fstoppers zu Gast in Berlin

Oliver M. Zielinski Oliver M. Zielinski - 10. September 2014 - in: In eigener Sache

Fstoppers in BerlinGestern gab es für mich einen Termin der anderen Art: Lee Morris und Patrick Hall, die Gründer von Fstoppers, einer der führenden Online-Plattformen zum Thema Fotografie, waren in Berlin. Auf ihrer Europarundreise zur diesjährigen Fotomesse Photokina in Köln, machten sie in deutschen Hauptstadt halt.

Für Immobilienfotografen besonders interessant ist die sehr enge Zusammenarbeit dieses Online-Portals mit Mike Kelley, einem der aktuell gefragtesten Immobilien- und Architekturfotografen – und Lee Morris sprach mich auch umgehend darauf an. Durch die akribische Art zu fotografieren und den kreativen Umgang mit Licht, werden Kelleys Immobilien unfassbar attraktiv in Szene gesetzt.

Gestern morgen treffe ich die beiden zum Frühstück unter dem Berliner Fernsehturm. Sie sehen aus wie lässige Studenten, sind jedoch Schwergewichte im internationalen Foto-Business. Bei ihnen gibt sich die internationale Spitze der Fotobranche – insbesondere Fotografen, Autoren, Spitzenmarken und Hersteller – die digitale Klinke in die Hand. Schnell stellt sich heraus dass sie nicht nur viel vom Geschäft mit der Fotografie verstehen, sondern dass sie auch wirklich nette Kerle sind, die sich außerdem sehr stark für Geschichte (und davon gibt es in Berlin zuhauf) interessieren. Gemeinsam mit Tobias Sens, einem Berliner Eventfotografen, führt uns der Weg in die Hackeschen Höfe, wo es einige Shootings gibt, vielmehr aber noch weitere interessante Gespräche. Die Gäste haben einige Wunschziele mitgebracht, wir ergänzen sie aber mit einigen Ideen, um zu zeigen, wie vielfältig Berlin sein kann.

Lee Morris (Mitte) diskutiert mit Dennis Sell (links) und Igor Alvarez (rechts) am Jüdischen Mahnmal über Geschichte.

Lee Morris (Mitte) diskutiert mit Tobias Sens (links) und Igor Alvarez (rechts) am Jüdischen Mahnmal über Geschichte.

Bei fast jedem Halt bittet Patrick Hall einen aus der Runde, ihn vor einem bestimmten Hintergrund zu fotografieren, wenn er gerade in Rockstar-Manier in die Lüfte springt. Durch diesen Spleen verfügt er bereits über viele einzigartige Bilder aus aller Welt. So machen wir auch an der Eastside-Gallery Halt, wo sich bekanntlich Hintergründe en masse bieten.

Später begeben wir uns nach Kreuzberg und zeigen das Kontrastprogramm der deutschen Hauptstadt, verglichen mit der touristischen Pflicht vom Vormittag. Wir finden Platz in einem äußerlich leicht abgeranzten Szene-Café, wo jedoch ein exzellenter Kaffee serviert wird. Die beiden weltbekannten Fstopper erzählen ausführlich über Ihre Einstellung zur professionellen Fotografie, berichten über aktuelle Entwicklungen auf ihrem Online-Portal und lassen auch einige private Einblicke nicht aus 😉

Making of: Videoaufnahmen für einen Kameratest vor dem Brandenburger Tor.

Making of: Videoaufnahmen für einen Kameratest vor dem Brandenburger Tor.

Natürlich müssen die Fotoprofis auch für ihr Online-Portal arbeiten: Sie haben einige Test-Kameras im Gepäck, die sie zuvor nicht kannten. Ohne Handbuch sollen sie bis zur Photokina auf Herz und Nieren geprüft werden – jedoch eben nicht im Labor, sondern im harten touristischen Einsatz. Also wird Lee mit einem Mikrofon verkabelt, während Patrick seine Testeindrücke auf Video festhält.

Zum Abendessen finden wir uns in einem indischen Restaurant in der Oranienburger Straße ein. Zu uns stößt Dennis Hellwig, ein Fotograf aus Potsdam, den die beiden schon auf ihrem letzten Workshop-Event auf den Bahamas kennengelernt haben. Es gibt wirklich gutes Essen. Lee und Patrick mögen diesen Ort aber noch aus einem anderen Grund: Hier haben sie endlich mobilen Zugang zum Internet. So können sie nach dem Essen einige Facebook-Pflichten erfüllen und der Präsentation von Apples neuem iPhone 6 folgen. Außerdem rücken sie in diesem Moment ihrer Heimat, dem amerikanischen Charleston (South Carolina), etwas näher.

Patrick Hall bei einem seiner Sprung-Bilder vor einer "kreativen Collage" in Nähe der Hackeschen Höfe.

Patrick Hall bei einem seiner Sprung-Bilder vor einer „kreativen Collage“ in Nähe der Hackeschen Höfe.

Meine Herren: Euch zu treffen und gemeinsam einen Tag mit Fotoshootings, Plaudereien, Diskussionen und einer Menge Spaß zu verbringen, war einfach wunderbar.

Thanks a lot. CU.

Nachtrag: Was sich hier liest, wie ein tolles Freizeitvergnügen, ist für mich natürlich ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Denn ein Fotostudio zu betreiben, bedeutet eben nicht nur, hinter der Kamera und dem Computer zu hocken, sondern insbesondere auch, Marketing zu machen, Kontakte zu knüpfen und das Image zu pflegen.

 
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