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Top 10 Kameraeinstellungen – Nach dem Shooting wieder auf Start

Oliver M. Zielinski Oliver M. Zielinski - 22. Oktober 2014 - in: Tutorials

Update: 28. Februar 2016

Top 10 Kameraeinstellungen - Nach dem Shooting wieder auf StartAls Anfängerfehler belächelt, passiert es auch Profis hin und wieder: Sie beginnen, mit falschen Kameraeinstellungen zu fotografieren, wenn sie zuvor in völlig anderen Szenarien gearbeitet haben. Die ersten Aufnahmen passen nicht. Sie sind zu hell oder zu dunkel, völlig verrauscht, verwackelt oder unscharf.

Als ich kürzlich zu einem Immobilienshooting antrat, war die erste Aufnahme völlig unterbelichtet. Darauf hin stellte ich eine etwas stärkere Belichtung ein, worauf das nächste Bild völlig überbelichtet war. Ein Sprung, der in dieser Stärke nicht zu erwarten war. Dann fiel mir ein: Beim letzten Fotoeinsatz war ich zu später Stunde auf den Straßen Berlins unterwegs und habe automatische Belichtungsreihen fotografiert. Dabei fertigt man eine Reihe von exakt gleichen Aufnahmen an, während die Kamera zunächst unterbelichtet und dann die Menge des Lichts automatisch bei jedem Foto erhöht bis es eindeutig überbelichtet ist (So kann man nachher das Bild mit der besten Belichtung wählen oder eine Montage mit korrekt belichteten Bildteilen anfertigen).

Während der Laie sich über die Kamera ärgert oder an seinen Fähigkeiten zweifelt, weiß der Profi gleich: Er hat vergessen, die Kamera zu nullen. Das heißt: Nach dem letzten Foto einer Session werden die wichtigsten Kameraparameter wieder auf eine Ausgangsstellung gesetzt. Bei Profis gehört dieses Vorgehen normalerweise zum festen Arbeitsablauf, weil sie wissen, dass entstehende Bildfehler am Computer meist schwer korrigierbar sind. Ausnahmen wie in meinem Fall bestätigen die Regel – ein plötzlicher Regenguss führte zum jähen Ende des Shootings, so dass in der Eile das Nullen vergessen wurde

Möglichkeiten für das Nullen

Jeder Fotograf kennt seine Standardeinstellungen. Die können je nach bevorzugtem fotografischen Genre stark variieren. Moderne Digitalkameras sind oft über 50 verschiedene Parameter verstellbar, um eine Aufnahme zu beeinflussen. Für das Nullen der Kamera gibt es mehrere Möglichkeiten.

Manuelle Rücksetzung

Fotografen, die häufig ähnliche Szenarien ablichten, haben für diese Start-Einstellungen eine Liste im Kopf (oder auf Papier oder im Smartphone). Die häufigsten Variablen sind:

  • die Blende
    bei Zeitautomatik oder Manuellem Modus
  • die Belichtungszeit
    bei Blendenautomatik oder Manuellem Modus
  • die Sensorempfindlichkeit
    beispielsweise fester ISO-Wert oder Automatik mit Begrenzung
  • der Belichtungsmodus
    beispielsweise Zeitautomatik A / Av, Blendenautomatik S / Tv oder Manueller Modus M
  • der Fokus-Modus
    beispielsweise Einzelfokus S, kontinuierlicher Fokus C oder manueller Fokus M
  • die Belichtungsmessung
    beispielsweise Matrixmessung, mittenbetonte Messung oder Spotmessung
  • die Bildqualität
    beispielsweise RAW oder JPEG fine, normal, basic
  • die Bildgröße
    beispielsweise L, M, S
  • der Weißabgleich
    beispielsweise Automatik, Kunstlicht oder Tageslicht
  • die Automatikreihen
    beispielsweise für unterschiedliche Belichtungen oder Weißabgleiche ein und des selben Motivs
  • der Belichtungsausgleich
    bewusste Über- oder Unterbelichtung

TIP: Wenn eine Kamera ein individuelles Menü anbietet, dann kann man die am häufigsten geänderten Werte dort hinterlegen und hat beim Zurücksetzen alle wichtigen Parameter auf dem Bildschirm im Blick, statt sich durch das gesamte Kameramenü hangeln zu müssen.

Speicherung der Grundeinstellung

Einige Kameras bieten an, die Basiseinstellungen auf eine Speicherkarte zu schreiben und sie bei Bedarf von dort zuladen. Je nach Kameramodell lassen sich möglicherweise nicht alle Einstellungen dort hinterlegen. Mit dieser Variante ist das Zurücksetzen schnell und unkompliziert erledigt. Ich benutze für meine ältere Kamera Nikon D300s eine alte Speicherkarte mit kleiner Kapazität (64 MB), für die ich sonst keinerlei Verwendung mehr habe. Hier ergibt sich gleichzeitig der Vorteil, dass sich die Einstellungen mehrerer Kameras des gleichen Typs synchronisieren lassen.

Einige Modelle bieten an, häufig verwendete Konfigurationen in der Kamera zu hinterlegen. Diese sind dann per Knopfdruck wieder hergestellt. Das ist die wohl komfortabelste Methode. Bei der D750 gibt es die Möglichkeit, mit benutzerdefinierten Voreinstellungen (U1 und U2) den ganzen Satz von Einstellungen zu hinterlegen und ihn über eine einzige Kameraeinstellung abzurufen.

Top 10 Kameraeinstellungen für Immobilienfotos

  1. f/8
    Beim Fotografieren mit einem Weitwinkelobjektiv wird mit dieser Blende schon eine gute Schärfentiefe erreicht. Gleichzeitig beginnt hier bei vielen Objektiven der Bereich der höchsten Abbildungsgüte.
  2. ISO 100 (200)
    Diese Empfindlichkeit ist niedrig genug, um das Bildrauschen nicht hervortreten zu lassen, wie es bei höheren ISO-Werten der Fall ist.
  3. A / Av / M
    Die Kamera stellt die Belichtungszeit automatisch passend zu Blende und Empfindlichkeit ein. Da die Kamera auf einem Stativ steht, wird die Aufnahme auch bei langen Belichtungszeiten nicht verwackelt. Oder im Manuellen Modus wird die Belichtungszeit manuell angepasst.
  4. Matrixmessung
    So wird möglichst viel einfallendes Licht gemessen.
  5. manueller Fokus
    In Verbindung mit dem LiveView am Kamerabildschirm lässt sich bei 100% Vergrößerung so der Schärfebereich genauer setzen.
  6. RAW
    Mit diesem Datenformat erreicht man viel Spielraum für die nachträgliche Bildbearbeitung (Belichtung, Schärfe, Farbton).
  7. L
    Mit dieser Bildgröße erhält man die meisten Bildinformationen und viel Spielraum für spätere Vergrößerungen oder Ausschnitte.
  8. Weißabgleich automatisch
    Die vielen Lichtqualitäten bei Innenaufnahmen machen eine genaue Bestimmung des Weißabgleichs schwer. Die Kamera übernimmt zunächst, Korrekturen finden am Computer statt.
  9. Belichtungsreihen aus
    Damit erhält man zunächst ein korrekt belichtetes Bild (oder, was die Kamera dafür hält).
  10. Belichtungsausgleich aus
    Damit wird das Bild ebenfalls erst einmal so belichtet, wie der Belichtungsmesser der Kamera ermittelt hat.

Von dieser Konfiguration ausgehend, werden die für das jeweilige Motiv erforderlichen Einstellungen angepasst.

 
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