Top 3 Weihnachtsgeschenke für Immobilienmakler 2017

Oliver M. Zielinski Oliver M. Zielinski - 7. Dezember 2017 - in: Ausrüstung

Top 3 Weihnachtsgeschenke für Immobilienmakler 2017Alle Jahre wieder …  kann man sich mit einem Weihnachtsgeschenk eine Freude machen (lassen). In den vergangenen 12 Monaten war ich häufig unterwegs und habe Workshops für Immobilienmakler zum Thema Fotografie gegeben.

Jeder sollte seine aktuelle Ausrüstung mitbringen, um damit das Erlernte gleich in der Praxis anzuwenden. Natürlich gab es Teilnehmer, die hervorragend ausgestattet mit Profi-Equipment erschienen. Nur wenige hingegen waren fotografisch untermotorisiert. Die meisten hatten schon eine solide Kamera dabei, beim Zubehör jedoch war häufig noch „Luft nach oben“ zu bemerken. Wie ich aus der Korrespondenz im Nachgang der Workshops erfuhr, haben die meisten von ihnen auch schnell nachgelegt und fotografieren nun mit einer passenden Ausrüstung (und dem Wissen aus meinem Workshop) deutlich besser.

Hier nun die Top 3. Die Links führen wie immer zu weiteren Informationen bei Amazon.de.

Platz 3: Kamerawasserwaage

Was für ein unscheinbares kleines Utensil. Am Anfang der Workshops herrscht meist zweifelndes ungläubiges Staunen, ob dieses Ding notwendig sei, um eine Kamera gerade auszurichten. Schließlich könne man das spätere Bild ja im Sucher oder am Display sehen und justieren. Wer es genauer brauche, für den hätten moderne Kameras eingebaute Wasserwaage-/ Horizont-/ Kompassfunktionen, die man einblenden könne. Aber glauben Sie mir (oder besser meinen Teilnehmern): „Genauer als per Bildschirmkontrolle  und schneller, ohne das lästige Kameramenü zu bemühen, lässt sich die Kamera nur mit dieser Wasserwaage ausrichten!“

Kamera mit Wasserwaage im Blitzschuh

Kamera mit Wasserwaage im Blitzschuh

Und vergessen Sie die Libellen am Stativ – zwischen diesen Messpunkten und der Kamera-Achse liegen meist noch viele mechanische Bauteile, die eine genaue Ausrichtung wieder zunichte machen. Diese kleine Wasserwaage wird jedoch direkt auf den Blitzschuh der Kamera geschoben, ist von oben gut ablesbar und intuitiv über zwei Achsen gleichzeitig einstellbar.

Platz 2: Kamera-Stativ

Jaja ich weiß, dem Immobilienprofi ist ein Stativ lästig. Es ist groß, schwer und muss geschleppt werden. Wer die Immobilienvermarktung jedoch ernst nimmt weiß, dass gute Fotos von vorrangigster Bedeutung sind. Und die entstehen nun einmal vom Stativ.

Manche Immobilien-Profis bringen zum Workshop ein Stativ mit, das sie billig vom Grabbeltisch geholt haben müssen. Schade um den Aufwand. Dabei muss ein wirklich solides Dreibein gar nicht groß und schwer sein. Es gilt, einen guten Kompromiss zwischen Größe, Gewicht und Stabilität zu finden.

Verschiedene Kamera-Stative im Vergleich

links: Reisestativ Manfrotto befree One mit Nikon D5300 und Nikkor 10-24 mm, Mitte: Sirui T-2204x mit Kopf K-20x mit Nikon D800 und Tilt-Shift-Objektiv, rechts: Manfrotto 055 mit Getriebeneiger MA410 mit Nikon D750 und Tamron 15-30 mm plus Kamerawasserwaage – alles Originalteile meiner eigenen Ausrüstung

Für kleinere Kameras bis ca. 600 Gramm (plus Objektiv) reicht ein stabiles Reisestativ. Darauf lassen sich beispielsweise Nikon-Kameras der D5000er Serie, Canons der Reihe 100D bis 1200D oder die Sony Alpha 6000er Serie gut verwenden.

Mein Favorit hierbei ist die Befree-Reihe des großen Stativ-Herstellers Manfrotto mit integriertem Stativkopf (Kugelkopf):

Wessen Ausrüstung mehr Gewicht auf die Waage bringt, der sollte zu einem etwas stärkeren Stativ greifen. Allerdings ist hier – wie bei den meisten Stativen am Markt – der Stativkopf separat. Der ermöglicht mit einem Hebeldreh die genaue Einrichtung und Feststellung der Kamera auf dem Stativ.

Meine Empfehlung im Hinblick auf Preis und Leistung ist eine Modellreihe von Sirui:

Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, der greift zur superstabilen Lösung. Man kann den Stativkopf auch gern durch einen Getriebeneiger ersetzen. Mit diesem lässt sich die Kamera auf dem Stativ in allen Achsen deutlich feinfühliger einstellen.

Auch hier empfehle ich wieder einen Griff ins Manfrotto-Regal. Die 055er Serie ist seit Jahren etablierter Standard auch im Profi-Bereich:

Platz 1: Weitwinkel-Objektiv

Die meisten Makler kommen zum Workshop mit ihrer Kamera und einem Standard-Objektiv, das wahrscheinlich beim Kamerakauf dabei war, das sogenannte Kit-Objektiv. Einige haben sich schlecht beraten lassen, andere haben ihre Ausrüstung von Vorgängern „geerbt“. Nur wenige verfügen über die passende Optik.

Ich empfehle grundsätzlich, die Kamera ohne Objektiv zu kaufen und das gesparte Geld in eine vernünftige Optik zu investieren.

Was bedeutet „vernünftig“ im Zusammenhang mit der Immobilienfotografie?

  1. Wir benötigen einen größeren Weitwinkelbereich als üblich.
  2. Wir benötigen eine bessere Abbildungsqualität.
Geeignete Objektive mit ausreichendem Weitwinkel für die Immobilienfotografie

Geeignete Objektive mit ausreichendem Weitwinkel für die Immobilienfotografie

Wenn wir einen durchschnittlich großen Raum (beispielsweise Wohnzimmer mit 25 qm) formatfüllend auf einem Foto abbilden möchten, dann reicht der Standardweitwinkel von 28 mm Kleinbild-Brennweite nicht aus.

Durch den Umrechnungsfaktor bei Kameras mit kleineren Sensoren (Faustregel: alles unter 1.000 EUR) wird auch aus einem 18-mm-Kit-Objektiv für Nikon und Canon eine Linse mit ca. 28 mm (Crop-Faktor 1,5 bis 1,6). Und bei Olympus und Panasonic werden aus den 14 mm ebenfalls 28 mm (Crop-Faktor 2).Dieser Zusammenhang ist ein Thema für einen gesonderten Beitrag, ihn hier zu erklären, führte zu weit. Bitte glauben Sie mir einfach.

Wir brauchen also größere Bildwinkel für unsere Kameras. Bei der Kleinbild-Brennweite sind das erfahrungsgemäß 14 mm, umgerechnet auf die kleineren Sensoren einiger Nikons, Canons und einiger Sonys kommen wir auf etwa 10 mm, für Olympus und Panasonic sind es 7 mm. Zugegeben, dieser Wert ist etwas mehr als tatsächlich in der Praxis sinnvoll, aber es ist immer gut, etwas Reserve zu haben (Stichwort „Gäste-WC“).

Und was die Bildqualität angeht, so sind die Kit-Objektive eher für einen niedrigen Preis konstruiert. Wer bei Weitwinkelaufnahmen scharfe Bilder bis in die Ecken, geringe Bildfehler und wenig Verzerrungen haben möchte, sollte auf eine bessere Optik setzen. Es schmerzt anfänglich, aber auch hier gibt es eine Faustregel: Ein gutes Objektiv ist mindestens so teuer wie die Kamera dahinter. Doch die Ergebnisse lassen den Fotografen den etwas höheren Preis schnell vergessen.

Alle möglichen Objektive für verschiedene Hersteller und Kameraklassen hier aufzuführen, wäre doppelte Arbeit, denn es gibt sie schon in einem Beitrag, den ich auf meinem Blog veröffentlicht habe.

Hier finden Sie meine Objektivempfehlungen .

 
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