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Update #6: Basisausrüstung für gute Immobilienfotos

Oliver M. Zielinski Oliver M. Zielinski - 19. April 2018 - in: Ausrüstung

Basis-Ausrüstung für gute ImmobilienfotosFür fotografierende Immobilienprofis geht es bei der Fotoausrüstung häufig um den perfekten Kompromiss aus Qualität und Mobilität – Sie wollen also beste Immobilienfotos mit leichtem Equipment machen. Deshalb habe ich in diesem Beitrag eine sinnvolle Basisausrüstung für verschiedene Kameratypen zusammengestellt.

zuvor aktualisiert am: 29.07.17 / 17.11.16 / 06.04.16 / 14.01.15 / 26.08.14 / 16.07.13

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • welche Kameras aus den Bereichen Spiegelreflex, Systemkameras und Micro-Four-Thirds geeignet sind,
  • welche jeweils passenden Objektive für die Immobilienfotografie benutzt werden sollten
  • welches Stativ klein und stabil genug ist,
  • welches System-Zubehör ich für sinnvoll erachte.

(Direkt zu dem Empfehlungen gelangen Sie hier.)

Vorab aber noch ein heiß diskutiertes Thema: Derzeit brodelt die Gerüchteküche. Die Marktführer Nikon und Canon sollen angeblich im Herbst neue spiegellose Systemkameras präsentieren. Also steht für interessierte Kamerakäufer eine wichtige Frage im Raum …

Soll ich mit dem Kamerakauf warten?

Das Besondere an diesen Gerüchten: Die neuen spiegellosen Systemkameras von Nikon und Canon sollen einen großen Sensor im Vollformat haben und damit besonders leistungsstark sein. Keiner der beiden Hersteller hat bislang jedoch Details durchblicken lassen.

Konkurrent Sony hat kürzlich mit dem Modell Alpha 7 III eine spiegellose Kamera mit Vollformatsensor und Profi-Features aus ihrer Semi-Profi-Serie vorgestellt. Außerdem hat Sony gerade den begehrten Tipa-Award in 6 von 8 Kategorien im Bereich der spiegellosen Kameras abgeräumt.

Daher wird vermutet, dass Nikon und Canon unter Druck geraten und bald nachziehen müssen. Im Herbst 2018 findet in Köln die Weltleitmesse der Fotobranche „Photokina“ statt. Das wäre nach Ansicht der Spekulanten ein idealer Zeitpunkt für Neuvorstellungen.

Lohnt sich das Abwarten?

Immobilienprofis, die jetzt eine neue Fotoausrüstung suchen, sollten nicht abwarten. Das sind die Gründe:

  1. Diese Kameras werden Neuentwicklungen sein. Werden die Kameras im Herbst vorgestellt, sind sie erfahrungsgemäß nicht vor dem Weihnachtsgeschäft im Handel in ausreichender Stückzahl verfügbar. Bis dahin gibt es nur wenige Erfahrungen ausgewählter Tester mit dem Gerät.
  2. Die Kameras werden aufgrund ihrer Bauweise neue Objektive haben. Ob gleich zu Anfang ein brauchbarer Weitwinkel für die Immobilienfotografie dabei sein wird, ist fraglich. Meist werden bei Neuprodukten erst die üblichen Brennweitenbereiche bedient. Adapter für existierende Spiegelreflexobjektive wird es wohl später geben.
  3. Viele der prognostizierten neuen Eigenschaften sind für die Immobilienfotografie wenig relevant:
    • Augen-Autofocus (nur interessant in der Menschenfotografie und -videografie)
    • Bildstabilisator im Kameragehäuse (beim Fotografieren vom Stativ überhaupt nicht brauchbar)
    • Auslösung mit leisem oder ohne Geräusch (eher wichtig für Theater-, Tier- oder Babyfotografen)
    • Hohe Bildwiederholrate (das brauchen Sportfotografen)
    • Live View und Bildergebnis im Sucher (irrelevant, da Fotoposition vom Stativ ohnehin die Monitornutzung erfordert)

    Einzig ein verbessertes Fokussystem (Phasenerkennung, Edge-to-Edge-Messbereich) könnte die Immobilienfotografie etwas produktiver machen. Und eine kleinere Ausrüstung würde auch charmant sein.

Fazit

Termine und Ausstattung für die neuen Systeme sind im Moment recht unklar. Würde ich warten, müsste ich das gesamte Jahresgeschäft 2018 mit altem Eisen fotografieren. Den beabsichtigten Qualitätssprung müsste ich auf später verschieben. Das wäre kaum akzeptabel.

Wenn ich in diesem Jahr eine neue Ausrüstung zum Fotografieren von Immobilien kaufen müsste: Ich würde jetzt eine gute Spiegelreflexkamera von Nikon erwerben.

Bitte nicht falsch verstehen – ich blicke einer solchen Systemkamera wirklich sehr erwartungsvoll und mit Freude entgegen. Falls es zur baldigen Neuvorstellung kommt und ich nicht zum Kreis der Tester zähle, werde ich aber vermutlich bis zum Frühjahr 2019 warten. Bis dahin verfolge ich alle renommierten Reviews der Kollegen zum neuen Kamerasystem und fälle dann vielleicht eine Kaufentscheidung.

Darüber werde ich garantiert hier berichten.

Das sind meine Empfehlungen

Ich konzentriere mich bei den folgenden Empfehlungen auf drei Kameraklassen sowie die wichtigsten Kameramarken.

  1. Spiegelreflexkameras von Nikon und Canon
  2. spiegellose Systemkameras von Sony und Fujifilm
  3. Micro-Four-Thirds-Kameras (MFT) von Olympus und Panasonic

Die von Maklern gewünschte kleinere Bauart und größere Mobilität der letzten beiden Klassen erkauft man sich teilweise mit einem höheren Preis und zum Teil mit einer etwas schwächeren Bildgüte.

Alle Kameras stammen jeweils dem gehobenen Einsteigersegment. Kameras und Objektive sind also kleiner, leichter und preiswerter als Profi-Modelle, verfügen aber trotzdem über eine sehr gute Qualität. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt also.

Die hier vorgeschlagenen Kameras wurden zwar zum Teil schon durch neuere Modelle ersetzt – doch ist der technische Vorteil minimal. Sie eignen sich immer noch sehr gut für die Immobilienfotografie – und das zu einem guten Preis.

Spiegelreflex-Systeme

Spiegellose Systeme

Micro-Four-Thirds-Systeme

Wichtige Tipps und Hinweise zur Fotoausrüstung

Die Kamera

Eine aktuelle digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) oder eine spiegellose Systemkamera ist ganz klar jeder Kompaktkamera und dem Smartphone vorzuziehen, weil sie mit den extremen Lichtbedingungen für Immobilienbilder besser umgehen können. Micro-Four-Thirds-Systeme bewegen sich aufgrund ihres deutlich kleineren Sensors im Hinblick auf die Bildqualität oft schon hart an der Grenze.

  • Sie sind mit einer sehr ausgefeilten Fototechnik ausgestattet und sorgen für exzellente Bildergebnisse.
  • Sie haben spezielle Einstellungsmöglichkeiten, mit denen auch schwierige Fotosituationen gemeistert werden können.
  • Sie bieten die Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln und sind daher sehr flexibel einsetzbar.

Mein Tipp für Sie: Beim Kauf müssen Sie darauf achten, dass Sie keine billigen Wechselobjektive im Paket erwerben (so genannte Kit-Objektive). Kaufen Sie lieber den Kamerabody ohne Optik und stecken das gesparte Geld in ein besseres Weitwinkelobjektiv.

Das Objektiv

Die erste Voraussetzung für gelungene Aufnahmen ist ein wirklich gutes Weitwinkelobjektiv. Die Güte lässt sich nicht unbedingt an einem möglichst großen Bildwinkel messen, sondern an der optischen Qualität. Die fest eingebauten Objektive in preiswerten Kompaktapparaten und Smartphones haben bei weitem nicht die erforderliche Abbildungsgüte. Deshalb ist es sinnvoll, sich separat zur Kamera ein solides Ultra-Weitwinkelobjektiv zuzulegen.

Weitwinkel-Linsen haben die unangenehme Eigenschaft, zum Bildrand hin an Abbildungsqualität einzubüßen. Bilder werden zum Rand hin leicht unscharf, ungleichmäßig verzeichnet (gebogene Linien), verzerrt und Abbildungsfehler wie Farbsäume nehmen zu. Hochwertige Objektive sind jedoch so berechnet und konstruiert, dass sie diese Fehler in erträglichen Grenzen halten. Außerdem wird bei ihnen meist Qualitätsglas in stabilen Fassungen verarbeitet.

Eine Faustregel lautet: Ein gutes Objektiv ist nicht ganz leicht und kostet mindestens soviel wie die Kamera, an der es steckt.

Ideal für die Immobilienfotografie ist ein Zoomobjektiv mit starkem Weitwinkel. Für die empfohlenen Kameras mit DX- / APS-C-Sensor startet die Brennweite bei etwa 10 mm, für Micro-Four-Thirds-Sensoren geht es bei 7 mm los.

Auch das hier vorgeschlagene Objektiv Nikkor 10-24 mm (Modell 2011) habe ich an der Reservekamera im Einsatz – es ist ein Arbeitspferd und liefert wirklich scharfe, kontrastreiche und farbbrilliante Fotos, während die Schwächen am Bildrand noch erträglich sind.

Das Stativ

Bei Immobilienaufnahmen ist absolute Schärfe Pflicht. Die wird nicht nur durch die richtige Kombination aus Kamera und Objektiv erreicht. Aufgrund üblicherweise längerer Belichtungszeiten ist ein stabiles Stativ erforderlich. Auf diesem Dreibein wird die Kamera montiert und kann dann erschütterungs- und verwacklungsfrei ausgelöst werden. Außerdem bietet ein Stativ die Möglichkeit, die Kamera für die Aufnahme in aller Ruhe genau auszurichten. Am Stativ zu sparen, wäre fatal. Preiswerte Wackelkandidaten vom Grabbeltisch scheiden sofort aus.

Grundsätzlich gilt, je schwerer ein Stativ, um so stabiler ist es. Ich weiß – das gefällt Ihnen nicht. Als Immobilienprofi arbeiten Sie mobil und wollen das Transportgewicht so gering wie möglich halten. Es gibt nur wenige Kandidaten, die einen gelungenen Kompromiss aus Stabilität und Leichtgewicht bieten.

Das Stativ Manfrotto Befree in der Empfehlung habe ich persönlich getestet und für gut befunden. Es trägt die hier empfohlene Kamera-Objektiv-Kombination in Innenräumen zuverlässig. Weht bei Außenaufnahmen ein sehr starker Wind, muss eine stabilere Lösung gefunden werden. In diesem Fall sowie für schwerere Kameras und größere Objektive empfehle ich stärkere Stative, wie beispielsweise das Sirui T-2204X CarbonSirui T-2204X Carbon in Kombination mit dem Stativkopf Sirui K-20XSirui K-20X Stativkopf.

Das Zubehör

Zuerst nenne ich mein Universalwerkzeug zum Einklemmen, Unterlegen, Abdecken, Polstern, Wischen – ein haushaltsübliches Microfasertuch.

Und dann folgt gleich die Kamera-Wasserwaage. Sie wird zum Fotografieren auf den Blitzanschluss der Kamera gesteckt. Klar, haben aktuelle Kameras einen eingebauten elektronischen Horizont, und es gibt auch winzige Libellen zur Ausrichtung am Stativ oder der Stativplatte. Aber glauben Sie mir, dieses kleine Stückchen Kunststoff ist ein richtiger Zeitsparer. Denn Sie müssen keine Kameramenüs bedienen, und die Wasserwaagenanzeige blockiert keine Bildschirmfläche. Statt dessen können Sie mit einem Handgriff an Ihrem Stativkopf anhand einer großen übersichtlichen Libelle Ihre Kamera in wenigen Sekunden sehr schön gerade ausrichten. Und zwar in mehreren Achsen gleichzeitig.

In jedem Fall gehört in die Fototasche ein geladener Reserve-Akku für die Kamera. Es ist schon peinlich, wenn ein Shooting angehalten oder abgebrochen werden muss, weil die Kamera keinen Saft mehr hat. Man ist auf der sicheren Seite, wenn man das Original kauft. Ganz billige Nachbauten haben manchmal nicht die erwartete Durchhaltekraft.

Ein Fernauslöser verringert die Gefahr möglicher Erschütterungen bei der Auslösung der Kamera, weil sie sich quasi berührungslos aktivieren lässt. Man kann das auch mit Hilfe des eingebauten Selbstauslösers erreichen, der den Verschluss der Kamera erst nach Ablauf einer einstellbaren Zeitdauer öffnet.

Eine zweite Speicherkarte sollten ebenfalls in ausreichender Kapazität vorhanden sein, denn auch hier ist es meist nicht möglich, vor Ort schnell Nachschub zu organisieren, falls der digitale Film voll sein sollte. Bei den Speicherkarten sind manchmal preiswerte Varianten im Umlauf. Hier ist Obacht zu geben, denn billige Nachbauten sind oft verantwortlich für Datenverluste. Deshalb nehme ich nur das Original.

Die Fototasche

Eine stabile, bequem zu tragende und gut durchdachte Fototasche schützt nicht nur das empfindliche Equipment vor Stoß, Regen und Hitze. Sie hilft auch bei der Organisation des Fotoshootings, weil alle benötigten Gegenstände ihren Platz erhalten.

Ich nutze aktuell für kleine bis mittelgroße Aufträge die Schultertasche Kata DC-443Kata DC-443. Obwohl sie nur 17,5 x 28 x 21,5 cm misst, lassen sich in ihr alle Ausrüstungsteile meines „kleinen Bestecks“ unterbringen.

Basisausrüstung Kamera Nikon D5300, Objektiv Nikkor 10-24, Stativ Manfotto Befree, Reserve-Akku, Infrarot-Fernauslöser, Kamera-Wasserwaage. zweite Speicherkarte, Microfasertuch.

Basisausrüstung für Immobilien-Profis: Kamera Nikon D5300, Objektiv Nikkor 10-24, Stativ Manfotto Befree, Reserve-Akku, Infrarot-Fernauslöser, Kamera-Wasserwaage. zweite Speicherkarte, Microfasertuch.

Zusätzliche Lichtquellen und Lichtformer

Fortgeschrittene Fotografen werden über kurz oder lang auf künstliches Licht zurückgreifen, um bestimmte Lichtstimmungen zu erzeugen. Wegen der erforderlichen Mobilität kommen hier Kompaktblitze in Kombination mit Lichtformern, Reflektoren, Farbfiltern und speziellen Leuchtenstativen zum Einsatz.

Die Software

Ein Muss für die Bildbearbeitung ist das Programm Adobe LightroomAdobe Lightroom & Photoshop. Mit ihm lassen sich nicht nur Bildfehler professionell reparieren und Fotos mit dem erforderlichen „Knack“ versehen – es ist gleichzeitig ein hervorragendes Archivprogramm. Die Eingewöhnung geht recht flott. In meinem Bildbearbeitungs-Workshop lernen Sie das Programm kennen und erfahren, wie Sie mit 8 einfachen Schritten ihre Fotos zum Strahlen bringen. zum Workshop »

Die Hardware

Im Idealfall arbeiten Sie mit einem großen farbtreuen Grafik-MonitorEizo CS2420, mindestens mit einer Auflösung von 1920 Pixeln mit einer Bildschirmdiagonale von beispielsweise 24 Zoll, besser noch mit zwei Bildschirmen parallel. Auch hier lohnt es sich meist nicht, auf die Grabbeltisch-Angebote zurückzugreifen. Darstellungsfehler und Farbverschiebungen machen die Arbeit zur Pein.

Für umfangreiche Retuschen im Bild bietet es sich an, die Computermaus durch ein GrafiktablettWacom Intuos Pro M Grafiktablett zu ersetzen. Darauf zeichnet man mit einem Stift und kann das Ergebnis direkt am Bildschirm sehen. So lassen sich Bilder schneller und genauer bearbeiten.

Der Computer sollte mit ausreichend ArbeitsspeicherRAM-Speicher bestückt sein. Dann arbeitet es sich flüssiger mit den genannten Softwareprogrammen. 16GB sind ein guter Startpunkt. Für das System und die Programme bringt ein SSD-LaufwerkSSD noch einmal einen gehörigen Geschwindigkeitsschub.

 
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