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Ist eine gute Ausrüstung wirklich wichtig?

Oliver M. Zielinski Oliver M. Zielinski - 18. September 2014 - in: Fragen und Antworten

Ist gute Fotoausstattung wichtig?Die Ausstattung eines Fotografen spielt immer eine Rolle. Die unreflektierten Äußerungen einiger Fotokünstler, dass die Ausrüstung zu vernachlässigen sei und es ausschließlich auf das Gehirn hinter der Kamera ankomme, sind reine Selbst-PR und dienen wohl eher deren Eigenprofilierung als Kulturschaffende.

Sie trifft nur so lange zu, bis es tatsächlich um die Wahl der geeigneten Werkzeuge geht. Wie wichtig eine gute Fotoausrüstung ist, hängt natürlich immer davon ab, welches fotografische Genre man bedient. Nachfolgend sind den Anforderungen einiger fotografischer Stile die gängigen Ausrüstungen zugeordnet.

Interessant, was am Ende für das Fotografieren von Immobilien herauskommt …


 

Der Actionfotograf

Ist man Fotojournalist, Hochzeitsfotograf oder Frontberichterstatter braucht man eine zuverlässige, robuste Kamera, möglichst mit schneller Bildfolge und guter Signalverarbeitung sowie lichtstarke Objektive über große Brennweitenbereiche hinweg, mit schnellem Autofokus. Zudem sind leistungsfähige Blitzlichte Bestandteil der Ausrüstung. Darüber hinaus ist die Ausrüstung möglichst mobil zu halten. Dazu dient eine gut organisierte, bequem zu tragende Fototasche, die einen schnellen Zugriff auf die gesamte Ausrüstung ermöglicht.
(Anschaffungspreis: ca. 12.000 EUR)

Der Detailfotograf

Ein professioneller Modefotograf oder Werbefotograf arbeitet am liebsten mit einer Kamera, die besonders viel Auflösung bietet. Ein möglichst großer Sensor, sorgt dafür, dass die einzelnen Helligkeitsabstufungen im Hochglanzdruck differenzierter dargestellt und das Bildrauschen minimiert werden. Eine solche Mittelformat-Kamera bedeutet eine große Investition, zumal auch hier hochauflösende Qualitätsobjektive zum Einsatz kommen müssen. Außerdem werden diese Fotos oft mit künstlichem Licht gemacht, so dass ein mobiles oder festes Studio erforderlich ist.
(Anschaffungspreis: ca. 60.000 EUR)

Der bewegliche Fotograf

Der Reportagefotograf, Landschaftsfotograf oder Reisefotograf arbeitet wie ein Fotojournalist, setzt jedoch seinen Schwerpunkt auf Schärfe, Details und Gestaltung. Er nimmt sich mehr Zeit für die Aufnahmen und benötigt deshalb keine besonders schnelle Kamera, dafür aber eine leicht bewegliche Ausrüstung mit hoher Auflösung. Zudem braucht er ein stabiles Stativ, um der Kamera bei Langzeitaufnahmen die nötige Stabilität zu geben. Er arbeitet mobil und legt dabei oft beschwerliche Strecken zurück. Dabei hilft ihm ein guter Fotorucksack beim Transport seiner Ausrüstung.
(Anschaffungspreis: ca. 4.000 EUR)

Der Fotokünstler

Fotokünstler und Streetfotografen fangen vielfach die Aktion des Augenblicks ein, und variieren die aufgenommene Wirklichkeit je nach ihren Vorstellungen durch bestimmte Aufnahmetechniken oder die anschließende Bildverarbeitung (Bewegungsunschärfe, Schwarzweißaufnahme, Kontraststeuerung etc.). Dazu genügt oft eine einfache Kamera (viele arbeiten erfolgreich sogar mit ihrem Smartphone) – mit einer besseren Kompaktkamera sind sie aber auf der deutlich sicheren Seite. Der Transport ist zu vernachlässigen, da eine kleine Kamera überall Platz findet.
(Anschaffungspreis: unter 1.000 EUR)

Die Ausrüstung für Immobilienfotografie

Der Immobilienfotograf oder der Architekturfotograf verkörpert oft eine Mischung aus den vorgenannten Stilen. Er möchte die Realität so genau wie möglich abbilden (journalistisch) und das Motiv gleichzeitig möglichst eindrucksvoll wiedergeben (werblich). Für scharfe und detailreiche Aufnahmen nimmt er sich die erforderliche Zeit (landschaftlich). In der Nachbearbeitung gibt er seinen Fotos den letzten Schliff, ohne die Realität zu verändern (künstlerisch). Auch seine Ausrüstung ist nach bestimmten Schwerpunkten zusammengestellt:

Wichtig

  • Kamera mit hohem Dynamikumfang und guter Auflösungsreserve
  • Weitwinkelobjektiv mit bester Bildqualität bis in die Ecken
  • absolut stabiles Stativ
  • Taschen / Koffer für gute Organisation und Portabilität
  • Optional: regelbare Blitze mit zuverlässiger Fernsteuerung

Weniger wichtig

  • starke Mobilität der Ausrüstung
  • hohe Geschwindigkeit von Kamera und Objektiv
  • sehr großer Brennweitenbereich (in Richtung tele)

Unsere Empfehlungen für eine gute Basisausrüstung finden Sie hier. (Anschaffungspreis: ca. 1.600 EUR)

Die Kopfsache … plus eine dritte Zutat

Natürlich muss der Fotograf seinen Kopf einschalten, ansonsten entstehen statt guter Fotos maximal Schnappschüsse, von denen wenige Glückstreffer überhaupt Beachtung finden werden.

  • Er muss das Motiv erkennen, Situationen voraussehen und die mögliche Bildwirkung vorwegnehmen.
  • Er muss die technischen Voraussetzungen vor Ort einschätzen (Licht, Schatten, Bewegung von Objekt und Kamera).
  • Er muss die technischen Voraussetzungen in seinen Kameraeinstellungen berücksichtigen.

Insofern spielt das Hirn hinter der Kamera durchaus eine wichtige Rolle, doch ist es nichts, ohne die entsprechende Ausrüstung. Und dann gibt es noch eine dritte Zutat zu einem gelungenen Foto, über die wir an dieser Stelle noch gar nicht geredet haben: Ohne ein tolles Motiv ist jegliche fotografische Mühe vergebens.

 
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