Ein unruhiger Gelbstich im Wohnzimmer oder grüne Reflexionen an der weißen Zimmerdecke ruinieren jeden ersten Eindruck. Für den erfolgreichen Verkauf oder die Vermietung einer Immobilie sind hochwertige Bilder jedoch das wichtigste Aushängeschild. Potenzielle Käufer entscheiden oft innerhalb weniger Sekunden, ob ein Objekt ihr Interesse weckt oder ob sie weiterklicken. Farbstiche in Immobilienfotos lassen Räume schnell ungemütlich, veraltet oder sogar unsauber wirken.
Wer als Immobilienprofi seine Objekte selbst fotografiert, steht genau hier vor einer großen Herausforderung: „Vor Ort sind mir diese unerwünschten Verfärbungen nicht aufgefallen – wie entstehen sie also, und mit welchen Methoden lassen sie sich effizient korrigieren?“
Die Hauptursachen für unerwünschte Farbstiche
Farbstiche entstehen selten durch einen Fehler der Kamera, sondern meistens durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Lichtquellen und Umgebungsfaktoren im Raum.
Unterschiedliche Lichtfarben (Mischlicht):
Eingangsbereich einer Tierarztpraxis mit Nordausrichtung
Links: Originalbild mit kaltem Außen-und warmem Innenlicht
Rechts: Farbstiche in der Nachbearbeitung korrigiert
In fast jedem Innenraum treffen verschiedene Lichtquellen aufeinander. Das kühle, bläuliche Tageslicht durch die Fenster mischt sich mit dem warmen, gelblichen Licht von Deckenlampen oder Stehleuchten. Unser Gehirn kann das in vielen Fällen beim Blick auf die Szene wegfiltern. Die Kamera ist im Gegensatz zur menschlichen Wahrnehmung aber unbestechlich. Mit der Weißabgleichsautomatik versucht sie, einen Mittelwert zu finden, was beispielsweise dazu führt, dass schattige Bereiche extra bläulich und beleuchtete Bereiche eher gelblich wirken.
Reflexionen von Fußböden
Flur mit blankem Holzfußboden und wenigen Möbeln
Links: Originalbild mit warmer Fußbodenreflexion in den gesamten Raum
Rechts: Farbstich in der Bildbearbeitung korrigiert
Große Flächen haben einen gewaltigen Einfluss auf das Gesamtbild. Ein warmer Holzboden oder ein roter Teppich reflektiert das einfallende Licht direkt an die angrenzenden Wände und Decken. Aus einer eigentlich strahlend weißen Wand wird so schnell eine Wand mit einem deutlichen Orange- oder Rosastich.
Reflexionen von Möbeln und Einrichtung
Auch knallige Möbelstücke wie ein grünes Sofa oder eine bunte Einbauküche werfen farbiges Licht auf die umliegenden Wände zurück. Diese farbigen Lichtreflexe wirken auf den späteren Fotos oft störend und unnatürlich.
Methoden zur effektiven Beseitigung von Farbverfälschungen
Um saubere, naturgetreue Bilder zu erhalten, stehen Ihnen verschiedene Werkzeuge und Techniken zur Verfügung – von der einfachen Nachbearbeitung bis hin zur Aufnahmetechnik vor Ort.
- Nachträglicher Weißabgleich: Wenn Sie Ihre Fotos im RAW-Format aufnehmen, können Sie den Weißabgleich in der Bildbearbeitung ohne Qualitätsverlust genauer anpassen, als Fotos im JPEG-Format. Ein gezielter Klick mit der Pipette auf eine neutrale (weiße oder graue) Fläche im Motiv neutralisiert globale Farbfehler meist mit einem Schlag.

- Lokale Korrekturen: Da Mischlicht oft nur bestimmte Bildbereiche betrifft, reicht ein globaler Weißabgleich manchmal nicht aus. Mit lokalen Korrekturpinseln oder Verlaufsfiltern in Programmen wie Lightroom lassen sich einzelne Zonen gezielt entfärben oder in der Farbtemperatur anpassen, ohne den Rest des Bildes zu verändern.

- Umfassender Blitzeinsatz: Für absolut professionelle Ergebnisse im Highest-End-Bereich nutzen Profis den gezielten Einsatz von entfesseltem Blitzlicht mit der so genannten Flambient-Technik. Das starke, neutrale Blitzlicht überstrahlt das vorhandene Raumlicht und eliminiert Mischlicht in hohem Maß. Diese Methode erfordert allerdings viel Equipment, viel Erfahrung und einen deutlich größeren Zeitaufwand vor Ort. Der einfache Aufsteckblitz für Ihre Spielgelreflexkamera erfüllt diese Aufgabe nicht wirklich akzeptabel.

Zusammenfassung
Für die Fotografie zufriedenstellende Lichtfarben herrschen in den allerwenigsten Immoblien. Selbst geringe Farbstiche bei Immobilienfotos durch Mischlicht oder Reflexionen, die uns beim Blick in die Szene vor Ort nicht auffallen, werden von der Kamera erbarmungslos entlarvt. Die nachträgliche globale oder lokale Korrektur bietet jedes gute Bildbarbeitungsprogramm. Für High-End-Projekte setzen Profis auch gern ausgefeilte Blitztechniken, gefolgt von umfassender Retusche ein.
Machen Sie mehr aus Ihren Immobilienfotos
Mit dem richtigen Wissen rund um Licht und Nachbearbeitung gelingen aber auch Ihnen im Handumdrehen brillante Aufnahmen, die Ihre Immobilien optimal präsentieren und Interessenten auf den ersten Blick überzeugen.
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- Starten Sie mit den Grundlagen und erlernen Sie das solide Handwerk im Workshop Grundlagen der Immobilienfotografie.
- Wie Sie Ihre Bilder im Nachgang perfektionieren und Farbfehler gezielt korrigieren, zeigt das wertvolle Expertenwissen im Kurs Bildbearbeitung für Immobilienfotos.
- Wie Sie modernste Tools zeitsparend einsetzen, erfahren Sie im Workshop Künstliche Intelligenz für Immobilienfotos.
Falls Sie sich noch unsicher sind, welches Equipment Sie wirklich benötigen, dann finden Sie wertvolle Empfehlungen in der Übersicht zur Basisausrüstung für gute Immobilienfotos.




