Zwei Trends in der Immobilienfotografie 2026: Realismus und Kurz-Video

Oliver M. Zielinski Oliver M. Zielinski - 13. Januar 2026 - in: Im Einsatz

Zwei Trends in der Immobilienfotografie 2026: Realismus und Kurz-Video2026 ist es soweit: Irgendwann platzt die Blase der künstlich aufgehübschten Immobilienfotos. Wer weiter auf billige KI-Effekte für Immobilienbilder setzt, verliert nicht nur Mandate, sondern seinen Ruf. Das ist der erste von zwei Trends in der Immobilienfotografie 2026. Der Amerikanische Immobilienmarkt ist uns dabei wie immer ein gutes Stück voraus. Künstliche Foto-Intelligenz, die hierzulande immer noch für staunende Augen und kindliche Begeisterung sorgt, wird dort bereits seit dem vergangenen Jahr als minderwertig und geschäftsschädigend aussortiert. Der abwertende Begriff „AI Slop“ (zu deutsch KI-Schlotze) hat dort bereits einen festen Platz im kreativen Vokabular der Makler (und Fotografen).

Außerdem erobern 2026 spezifisch gestaltete Hochformat-Immobilienvideos eine neue Zielgruppe – und zwar jene, die mit Social Media erwachsen geworden sind und inzwischen voll im Leben stehen. Für sie wirken liebevoll produzierte epische Querformatvideos im Kino-Stil oder gar 3D-Rundgänge wie aus der Zeit gefallen. Sie dauern ihnen viel zu lang, sind viel zu unpersönlich, passen nicht zu ihrer Art Medien zu konsumieren und lassen sich nicht mit zwei Daumengesten teilen.

Trend 1: Radikaler Realismus – Das Ende der „Pixel-Märchen“

Erinnern Sie sich an 2024? Damals war jeder Fotograf stolz darauf, mit „Generativer Füllung“ aus einem Abstellraum ein lichtdurchflutetes Spa zu basteln. 2026 haben Sie den Salat: Die Käufer leiden unter einer massiven KI-Müdigkeit. Wenn jedes Badezimmer auf ImmoScout aussieht, als wäre es für einen Pixar-Film gestylt worden, schaltet das Gehirn auf Durchzug. Schlimmer noch: Das Vertrauen rutscht in den Keller. Wer will schon zu einer Besichtigung fahren, nur um festzustellen, dass die „atemraubende Sonnenuntergangsstimmung“ im Wohnzimmer in Wahrheit Teil einer schnöden Wand mit Feuchteschaden ist?

Radikaler Realismus ist die Antwort auf diese „KI-Schlotze“. Es geht 2026 nicht darum, das perfekte Bild hinzuschummeln, sondern das Beste aus der echten Immobilie herauszuholen. Der Fotograf wird wieder zum „Licht-Maler“ (aus dem Griechischen: photosLicht und graphoszeichnen). Das Zauberwort heißt „Ehrliche Ästhetik“.

Ein modernes Foto zeigt 2026 beispielsweise:

  • die Textur des echten Parketts (Polarisationsfilter kann helfen),
  • die Möglichkeiten des vorhandenen Lichts und
  • ganz wichtig – den echten Ausblick aus dem Fenster (HDR), ohne dass dieser aussieht, wie eine Fototapete.

Denn ein Makler will keine „Besichtigungstouristen“, die enttäuscht wieder abziehen. Er will Käufer, die genau wissen, was sie erwartet. Und so wirkt eine realistische Fotostrecke wie ein Vorvertrag: Sie filtert die Skeptiker heraus und zieht die ernsthaften Interessenten an. Für alle Beteiligten ist Zeit die härteste Währung – und ehrliche Fotos helfen, massiv davon einzusparen.

Wer 2026 noch versucht, mit künstlichem Hochglanz zu blenden, verliert den Anschluss an die Profi-Liga.

Trend 2: Video-Content – kurz, knackig, vertikal

Wir leben in der Ära des Doomscrolling, bei dem es um exzessiven Nachrichtenkonsum (ursprünglich negativer News) geht. Digitale Konsumenten scrollen sich durch einen Feed, schauen kurz, scrollen weiter, schauen kurz, scrollen weiter … es nimmt einfach kein Ende. Selbst einem spektakulären Thema folgen sie nur kurz. Die Aufmerksamkeitsspanne eines potenziellen Immobilienkäufers in den Social Media ist im Jahr 2026 kürzer als die Zeit, die ein Espresso zum Abkühlen braucht. Wenn ein Makler heute ein 3-minütiges, klassisches Breitbild-Video mit dramatischer Orchestermusik postet, ist der Kunde aus dieser Zielgruppe schon fünf Häuser weiter bei der Konkurrenz.

Der Video-Trend 2026 heißt: Vertical-First. Das tut jedem weh, der sonst Immobilien fotografiert, weil Immobilienobjekte überwiegend für das Querformat gemacht sind. Doch werden Sie die User nicht umerziehen – also produzieren Sie Video-Content für deren Daumen. Denn Social Media ist 2026 der Hauptkanal für die Akquise der Gen-Y (Jahrgänge 80-99) als wachsende Käufergruppe mit ausreichend Kapital. Immobilien-Reels und TikTok-Touren erwartet diese Zielgruppe ganz einfach. Und für den Anbieter sind sie nicht mehr das „nette Dessert“, sondern die Sättigungsbeilage zum Hauptgericht.

Aber Vorsicht: Es geht nicht mehr um die überproduzierten Kamerafahrten mit 20 Speed-Ramps und Schnitten, die einen schwindelig machen. Die Käufer von 2026 wollen POV-Authentizität (POVPoint of View). Sie wollen das Gefühl haben, selbst durch ein Apartment zu laufen in einem authentischen 30-Sekunden-Clip im Hochformat – aber dennoch professionell produziert und am besten mit Storytelling. „Ein Tag in diesem Haus“ zieht besser, als Kamerafahrten von epischer Länge.

Die Dramaturgie eines guten Videos ändert sich also. Als Produzent werden Sie zum Regisseur für die Hosentasche und brauchen:

  • eine knackige Hook (EIN Immobilien-Highlight),
  • Sequenzen, die nicht zu kurz und nicht zu lang sind (2-4 Sekunden)
  • keine Musik eines nervigen Fahrstuhlorchesters (sondern Original-Sound wie Vogelgezwitscher, Kaminknistern)
  • nahbare Voice-Over-Stimmen (am besten geschultes Sprechpersonal, nicht aus dem KI-Baukasten)
  • synchrone Untertitel für das Anschauen ohne Ton in der Öffentlichkeit

Ein 30-sekündiges, perfekt geschnittenes Vertical Video bringt Ihnen in der neuen Zielgruppe mehr Klicks, Shares und vor allem qualifizierte Leads über Social Media als jedes klassische Video-Exposé. Es ist schnell konsumierbar, emotional greifbar und lässt sich von interessierten Usern unmittelbar teilen – was wiederum unbezahlbar Ihre Reichweite vergrößert.

Wer 2026 im Video das Smartphone-Format beherrscht, beherrscht den Markt.

Grundlage allen Erfolgs bleiben gute Immobilienfotos und -videos

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