Was bedeuten die Angaben auf einer SD-Speicherkarte?

Oliver M. Zielinski Oliver M. Zielinski - 27. November 2023 - in: Ausrüstung

Was bedeuten die Angaben auf einer SD-Speicherkarte?Sie werden sie wahrscheinlich schon kennen – die SD-Speicherkarte (Secure Digital Memory Card), auf der Ihre Kamera Fotos, Videos und gegebenenfalls auch andere Daten speichert. Vielleicht fragen Sie sich, ob Sie die richtige Karte für Ihre Kamera gekauft haben, denn die Angaben auf dem Kartenaufkleber stellen ein kryptisches Geheimnis dar.

Dieser Artikel bringt Licht ins Dunkel und gibt Empfehlungen für verschiedene Szenarien der Immobilienfotografie am Ende des Beitrags.

Anmerkung: SD-Karten in verschiedenen Bauformen (SD, MiniSD, MicroSD) sind die wohl am häufigsten verwendeten Kameraspeicher. Ältere Kameras arbeiten statt dessen manchmal mit CF-Karten, während neue Kameras der Oberklasse gern so genannte XQD- oder CFexpress-Karten verwenden. Diese sind nicht mit SD kompatibel, schon allein, weil sie eine andere Bauform aufweisen. Im Einsteiger- und Mittelklassesegment sind aber normale SD-Karten der Standard, deshalb gehe ich auf diese Kartenart in diesem Beitrag ein.

Die folgenden Angaben können Sie auf einer Speicherkarte finden, es kann aber auch sein, dass sie dort nicht abgedruckt werden.

1. Kapazität

Kapazität der SpeicherkarteSie können die Speicherkapazität, also das Fassungsvermögen der Karte in Gigabyte (GB) ablesen. Eine SD-Speicherkarte ist in verschiedenen Kapazitäten erhältlich, beispielsweise 32 GB, 64 GB, 128 GB bis zu mehreren Terabyte (TB). Je größer die Kapazität, desto mehr Daten können auf der Karte gespeichert werden. Wie viele Fotos tatsächlich auf die Speicherkarte passen, hängt von Größe, Qualität und Detailreichtum der Aufnahmen sowie vom Dateiformat der Bilder ab. Bei der von mir empfohlenen Kamera Nikon Z30 mit 21 Megapixeln Auflösung passen auf eine 32-GB-Karte laut Herstellerangaben ca. 2.100 JPEG-Dateien im größten Format und bester Qualität oder ca. 760 Bilder im RAW-Format mit dem größten Informationsgehalt.

Tipp

Für Sie als aktive Immobilienfotografen gibt es die Empfehlung, nicht den gesamten Datenbestand auf einer einzigen Karte aufzubewahren. Das hat weniger mit der Haltbarkeit zu tun, sondern viel mehr mit der Datensicherung. Wenn Sie sich zwei oder drei Speicherkarten guter Qualität von 32 oder 64 GB zulegen, dann verlieren Sie bei einem Kartenausfall nicht gleich den ganzen Datenbestand. Solche Ausfälle liegen meist nicht am Kartenversagen an sich, sondern am sorglosen Umgang mit dem Equipment oder an widrigen Aufnahmebedingungen durch Stoß, Schlag, Schmutz oder Feuchtigkeit.

2. Kartentyp

Kartentyp der SpeicherkarteDer Kartentyp gibt Ihnen Auskunft über das Speichersystem und dessen maximale Kapazität. Verbreitet sind SDHC (Secure Digital High Capacity) bis 32 GB oder SDXC (Secure Digital Extended Capacity) bis 2 TB. Wie Zukunftsmusik hört sich der SDUC-Standard (Secure Digital Ultra Capacity) für bis zu 128 TB an. Diese Angabe finden Sie häufig in Zusammenhang mit dem SD-Logo-Aufdruck.

Tipp

Für die reine Immobilienfotografie sind SDHC-Karten völlig ausreichend. Erst wenn Sie mit hochauflösenden Kameras jenseits der 50 Megapixel und RAW-Dateien arbeiten oder wenn es in Richtung Video geht, kann man über das SDXC-System nachdenken, weil hier viel mehr Daten anfallen.

3. Geschwindigkeit

Geschwindigkeit der SpeicherkarteJetzt wird’s komplizierter, denn SD-Karten haben mehrere Geschwindigkeitsklassifizierungen, die angeben, wie schnell Geräte die Daten auf die Karte mindestens oder höchstens schreiben und von ihr lesen können.

  • Die Geschwindigkeitsklasse wird oft als Ziffer innerhalb eines „C“ (für „Speed Class“) dargestellt. Die Bezeichnungen erstrecken sich von „C2“ bis „C10“. Zum Beispiel kann eine Karte mit der Bezeichnung „C10“ eine Mindestschreibgeschwindigkeit von 10 Megabyte pro Sekunde (MB/s) erreichen.
  • Neuere SD-Karten verwenden (zusätzlich) die Angabe mit einer Ziffer innerhalb eines „U“. U1-Karten eignen sich mit mindestens 10 MB/s für schnellere Bildfolgen (Serienaufnahmen) und HD-Videos, U3-Karten mit mindestens 30 MB/s zusätzlich für höher auflösende 4K-Videos.
  • Außerdem gibt es eine eigene Geschwindigkeitsangabe für die verwendbare Videoauflösung in Form eines V mit einer Klassifizierungszahl. Die Bezeichnungen erstrecken sich von „V6“ bis „V90“. V10 eignet sich ebenfalls für schnelle Bildfolgen und HD-Videos, V30 für 4K-Videos und V60 und höher auch für 8K-Videos.
  • Und dann gibt es die Angabe zur so genannten Busgeschwindigkeit, die Ihnen sagt, wie hoch die maximale Datenübertragungsrate in MB/s bei einem geeigneten Lese- oder Schreibgerät sein kann. Aufgepasst: Häufig wird hier nur der meist schnellere Schreibwert angegeben. Diese UHS-Geschwindigkeit (Ultra High-Speed) wird zudem mit einer römischen Ziffer neben dem Kartentyp-Logo klassifiziert und reicht von „I“ (bis 104 MB/s) über „II“ (bis 312 MB/s) zu „III“ (bis 624 MB/s), sofern das Gerät diese Geschwindigkeit unterstützt.

Tipp

Ziemlich verwirrend – oder? Für die Immobilienfotografie reichen die unteren Geschwindigkeitsklassen aus, schnellere SD-Karten sind aber nicht schädlich. In jedem Fall hilft ein Blick ins Kamerahandbuch oder in meine Empfehlungen für den Kartenkauf.

4. Schreibschutz

Schreibschutz der SpeicherkarteAn der Seite der Speicherkarte befindet sich ein kleiner Schiebeschalter. Mit diesem können die Daten auf der Karte vor versehentlichem Überschreiben geschützt werden. Ein Schloss-Symbol oder ein Schriftzug „on / off“ zeigen an, in welcher Position der Schalter gerade steht.

Tipp

Wenn Sie auf den Auslöser Ihrer Kamera drücken und nichts passiert, sollten Sie einen Blick auf die Speicherkarte werfen. Es kann sein, dass Sie zuvor versehentlich (oder gar absichtlich) diesen Schalter in die Sperrstellung gebracht hatten. Sollte die Kamera trotz korrekter Schalterposition immer noch kein Foto machen, dann lesen Sie mal auf dieser Seite nach.

Einige Speicherhersteller oder auch ältere oder neuere Karten können weitere Angaben ausweisen, beispielsweise über die Datensicherheit, Anwendungsleistungsklassen für gleichzeitige Zugriffe oder das Produktionsdatum.

Welche Speicherkarte für Immobilienfotos?

Vorab vielleicht wichtigste Hinweis

Speicherkarten sind nicht teuer, aber extrem wertvoll – denn zwischen dem Zeitpunkt der Aufnahmen und deren Übertragung auf den Zielcomputer ist Ihre Speicherkarte der einzige Ort, an dem Ihre neuen Fotos gespeichert sind. Deshalb lassen Sie besser keine falsche Sparsamkeit walten. Setzen Sie bitte auf Markenware, beispielsweise vom Marktführer Sandisk oder von Lexar.

Aus den genannten Informationen lässt sich ableiten, welche Speicherkarte für bestimmte Szenarien geeignet ist. Nachfolgend eine Zusammenstellung mit Karten von den bekanntesten Marken. Wenn die genannte Kombination der Eigenschaften nicht verfügbar ist, werden die jeweils nächstbesten Karten verlinkt.

Sie können natürlich eine leistungsstärkere Karte auch für einfache Anwendungen einsetzen, nehmen dafür aber einen höheren Preis in Kauf.

 
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