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Neue spiegellose Kameras Nikon Z6 und Z7 für Immobilienfotos?

Oliver M. Zielinski Oliver M. Zielinski - 27. August 2018 - in: Ausrüstung

Neue spiegellose Kameras Nikon Z6 und Z7 für Immobilienfotos?Nikon hatte am vergangenen Donnerstag seine neuen spiegellosen Vollformat-Kameras vorgestellt: die Nikon Z6 und Z7. Diese Modelle sollen den Platzhirsch Sony mit seiner erfolgreichen Alpha-7-Reihe das Fürchten lehren. Nun hat sich der ganze Show-Rauch gelegt, und es wird Zeit für eine kleine Analyse, ob diese Kameras die neuen Stars für Immobilienfotografen sein können.

Soviel vorweg: Nikon hat in diesem Bereich zwei sehr leistungsstarke Kameras entwickelt, die erstklassige Bildergebnisse versprechen und nach ersten (unabhängigen) Bildern scheinbar auch liefern.

Doch wie sieht es im Bereich der Immobilienfotografie aus? Können Immobilienprofis von den neuen Kameras profitieren?

Ich werde weiter hinten in diesem Beitrag auch die bislang aufgetauchten Kritikpunkte aus den ersten Testberichten untersuchen, um herauszufinden, inwiefern diese für die Immobilienfotografie maßgeblich sind.

Erste Testberichte ausgewertet

Für mich waren die letzten drei Tage insofern anstrengend, als dass ich bis einschließlich heute 56 internationale Testberichte online gelesen, gehört und gesehen habe. Diese stammten von Fotografen, Fotobloggern und Technikjournalisten, denen ich im Netz auf verschiedenen Kanälen folge. Sie wurden von Nikon zu verschiedenen Orten in der Welt eingeladen, um sich die neuen Kameras präsentieren zu lassen, sie selbst in die Hand zu nehmen und damit zu fotografieren oder zu filmen.

In ihren Berichten war alles vertreten: riesige Euphorie, gemäßigte Töne, leichte Enttäuschung und totale Verrisse – offensichtlich kann Nikon es mit dem Neueinstieg in dieses Kamerasegment nicht allen Recht machen. Die Ansprüche und Erwartungen an die Z6 und Z7 sind recht hoch, schließlich sprechen wir hier von einer Kameraklasse, die auch schon gern von Fotoprofis genutzt wird. Außerdem hatten diese Rezensenten so genannte Vorserienmodelle in den Händen, so dass vielleicht noch nicht alles ganz rund gelaufen ist. Bis zum Verkaufsstart der Z7 Ende September ist also noch Zeit für Korrekturen (zumindest im Softwarebereich). Die Z6 soll dann zum Weihnachtsgeschäft verfügbar sein.

Zwei Kameras für unterschiedliche Anwendungen

Ich will an dieser Stelle eigentlich gar nicht die ganzen technischen Daten diskutieren. Wer sich dafür interessiert, kann sich bei Nikon im Netz informieren. Vorab nur soviel:

Beide Kameras haben ein identisches Gehäuse, unterscheiden sich jedoch in folgenden wesentlichen Punkten:

Nikon Z6
Spiegellose Systemkamera Nikon Z6
Nikon Z7
Spiegellose Systemkamera Nikon Z7
Bildsensor
24,5 Megapixel
45,7 Megapixel
Empfindlichkeit
ISO 100 – 51.200
ISO 50 – 25.600
Phasen-Autofokus mit 90 % Bildabdeckung
273 Fokuspunkte
493 Fokuspunkte
Bildrate
bis 12 Bilder / Sekunde
bis 9 Bilder / Sekunde

Es gibt weitere Differenzen in den Bereichen Video und Energieverbrauch. Die meisten anderen Funktionen sind identisch. Der Unterschied zwischen beiden Kameras ist damit in etwa vergleichbar wie bei den aktuellen Spiegelreflex-Modellen zwischen Nikon D750 und D850. Allerdings sind die neuen Kameras deutlich kleiner als ihre Pendants mit Spiegelkasten. Zudem ist die Z6 20 Prozent leichter als die D750 und die Z7 bringt 26 Prozent weniger auf die Waage als die D850.

Wenn man jedoch seine alten Nikon-Objektive mit dem verfügbaren Adapter an die Kamera anschließt, hebt sich der Größenvorteil in der Längsachse nahezu auf. Das war technisch nicht anders zu lösen.

Kameras der gehobenen Kategorie

Beide Kameras richten sich meiner Meinung an so genannte Prosumer, also mit professionellem Anspruch fotografierende Endverbraucher (Konsumer). Damit fallen sie in die gleiche Kategorie wie die D750 und D850. Dennoch werden sich vermutlich viele professionelle Fotografen mit den neuen Kameras ausstatten – denn sie erwartet eine enorme Qualität zu einem angemessenen Preis. Eine reine Profikamera, wie beispielsweise die Nikon D5 (Spiegelreflex) oder die Sony Alpha 9 (spiegellos) agiert in einzelnen Bereichen zu Recht in einem eigenen Segment, auch finanziell. Von Nikon verlauten aber so recht noch keine Pläne, auch eine reine Profikamera ohne Spiegel anzubieten.

Nikon Z6 oder Z7 für Immobilienfotos?

Nach den Angaben auf dem Papier würde ich für die Immobilienfotografie zur preiswerteren Nikon Z6 tendieren. Dafür sehe ich drei Gründe:

  1. Die Z6 muss auf der gleichen Sensorfläche weniger Megapixel unterbringen, von denen jedes einzelne deshalb größer sein kann. Größere lichtempfindliche Elemente, arbeiten genauer. Das wiederum macht sich erfahrungsgemäß in einem geringeren Bildrauschen bemerkbar. Insbesondere Immobilienfotos werden in der Nachbearbeitung häufig stark strapaziert, um Details in den hellsten und dunkelsten Bildteilen zu gewinnen. Dabei verstärkt man erheblich das vorhandene Grundrauschen (auch bei ISO 100). Jedoch wenn dieses schon bei der Aufnahme geringer ausfällt, kommt das der Bildqualität zugute.
  2. Außerdem sind die Dateien der Z6 kleiner und verlangen bei der Bildbearbeitung nach weniger Computerleistung.
  3. Das Argument, dass man aus den 45 Megapixeln der Z7 ja auch nur Ausschnitte verwenden kann, zieht bei Immobilienfotos nicht. Eine Ausschnittsvergrößerung ist ja, abgesehen vom Auflösungsverlust, nichts anderes als der Einsatz eines Teleobjektivs. Wir brauchen jedoch in der großen Mehrzahl aller Motive mehr Weitwinkel – also genau das Gegenteil.

Neuer Objektivanschluss und neue Objektive

Die wesentliche Neuerung ist, dass Nikon einen neuen Objektivanschluss entwickelt hat, das so genannte Z-Bajonett. Es ist wesentlich größer als das 60 Jahre alte F-Bajonett bisheriger Spiegelreflexkameras. Dadurch lässt es deutlich mehr Licht in Richtung Sensor passieren. Außerdem ist der Sensor viel dichter an das Objektiv gerückt (Auflagemaß nur 16 mm). Beides trägt dazu bei, dass kleinere und leichtere Objektive mit deutlich verbesserter Abbildungsgüte an den Bildrändern und in den Bildecken zum Einsatz kommen können. Genau das brauchen Immobilienfotografen.

Nikon Z7 und D850 im Vergleich

Nikon Z7 und D850 im Vergleich: Die Z7 hat einen größeren Objektivanschluss, währenend die D850 ein kleineres Bajonett hat und der Sensor weiter hinten in der Kamera platziert ist. Der Korpus der Z7 ist deutlich kleiner.

Die benötigten Nikon-S-Objektive sind absolute Neuentwicklungen und werden nach und nach veröffentlicht – es gibt einen Plan bis 2021. Die Daten für zwölf Objektive stehen fest, für elf weitere Modelle in den Jahren 2020 / 21 sind die Eckdaten noch nicht bekannt. Zum Start stellt Nikon drei Objektivmodelle vor, die allerdings für die Immobilienfotografie aufgrund ihrer Brennweiten weniger interessant sind. Wer jedoch vorerst seine alten Nikon-Objektive weiternutzen möchte, der kann sie mit einem Adapter ohne Funktionsverlust an die Kamera anschließen. Auch die Objektive von Zweitherstellern scheinen zu funktionieren. Das sollte aber für jedes Modell separat geprüft werden. Berichte dazu werden in der kommenden Zeit ganz sicher online auftauchen.

Beliebte Eigenschaften inclusive

Für die Immobilienfotografie interessant könnte auch die verbesserte WLAN-Anbindung sein. Hier muss aber definitiv ein Praxistest erfolgen, möglichst mit einem einfachen und effizienten Workflow.

Weitere Eigenschaften, die sich bei Immobilienfotos positiv bemerkbar machen, aber auch schon bei vielen anderen Kameramodellen (auch von Nikon) zu finden sind:

  • Handling: Fast alle Nikon Spiegelreflexkameras liegen sehr gut in der Hand. Auch der Handgriff der Z6 und Z7 hat diese DNA und ist dem Wettbewerber Sony überlegen.
  • Menüführung: Die Branche ist sich einig: Nikon hat eines der besten Menüsysteme. Deshalb gab es offensichtlich auch keinen Grund, die Struktur zu ändern. Neue Menüpunkte sind natürlich hinzugekommen.
  • Bedienelemente: Nikon greift fast überall auf die bewährten Knöpfe und Regler zurück. Sie haben einen guten Grip und definierte Druckpunkte.
  • Touchscreen: Die Menübedienung, insbesondere der Schnellmenüs (aufgerufen über die i-Taste), und das selektive Fokussieren über den Kamerabildschirm trägt zu einer effizienteren Fotografie bei.

Es gibt eine Information, die ich bislang nicht ausfindig machen konnte, die aber für Immobilienfotos durchaus wichtig ist: Der Umfang der Bilddynamik. Diese Zahl gibt Aufschluss darüber, über wie viele Helligkeitsstufen die Kamera Details darstellen kann. Bei den krassen Lichtunterschieden, die bei Innenaufnahmen auftreten, ist es schon wichtig, dass dieser Bereich groß ist. In den Technischen Daten habe ich keinen Wert gefunden, die Werbematerialien sprechen lediglich von einem „erstaunlichen Dynamikumfang“.

Kritikpunkte an Nikon Z6 und Z7 (und ihre Bedeutung für die Immobilienfotografie)

Sowohl die moderaten als auch die engagierten Kritiker haben übereinstimmend einige Mängelmeldungen eingereicht. Häufig handelt es sich dabei gar nicht um wirkliche Fehler, sondern um unerfüllte Erwartungen. Ob diese Kritikpunkte für die Immobilienfotografie eine Rolle spielen?

1. Nur ein Speicherkarten-Slot

Speicherkartenplatz an der Nikon Z6 und Z7

Speicherkartenplatz an der Nikon Z6 und Z7

Das ist der wohl größte Aufreger, der die Kritiker im Netz umtreibt. Bei vielen Kameras im gehobenen Sektor ist es inzwischen üblich, dass es Platz für zwei Speicherkarten gibt. Die Aufgabe der zweiten Speicherkarte kann man meist über das Menü definieren, wie beispielsweise:

  1. Sie dient als Speichererweiterung, wenn die erste Karte voll ist, wird auf der zweiten weitergespeichert.
  2. Fotografiert man mit zwei verschiedenen Dateiformaten, kann die Kamera je eine Dateiversion auf je eine Karte speichern.
  3. Eine Speicherkarte nimmt Fotos auf, auf die andere gelangen Videos.
  4. Die zweite Karte dient als Backupdatenträger, weil auf je eine Karte jeweils die gleiche Aufnahme gespeichert wird.

Genau beim letzten Punkt setzen die Kritiker an, dann die Z6 und die Z7 haben jeweils nur einen Kartenschacht an Bord. Sie begründen das mit möglichen Datenverlusten durch eine defekte Speicherkarte und setzen deshalb auf diese Art der Sofortdatensicherung. An den neuen Kameras vermissen sie diese Funktion schmerzlich.

Wirklich relevant ist das meiner Meinung nach jedoch nur in hektischen Umfeldern, wenn aufgrund der Ereignisdichte also keine permanente Bildkontrolle erfolgen kann, oder bei unwiederbringlichen Momenten. Mir fallen da Fotojournalisten beim Sport oder in Krisengebieten ein oder aber auch Hochzeitsfotografen.

Für die Immobilienfotografie ist dieses Argument also irrelevant.

2. Teure XQD-Karte statt SD-Karte

Hier jaulen viele Fotografen und ihr Portemonaie quietscht. Nikon verbaut in den beiden neuen Kameras einen Schacht, der die wesentlich leistungsstärkere XQD-Karte aufnimmt. Sie ist nicht mit dem bekannten SD-Format kompatibel. Und sie ist um ein Vielfaches teurer.

Nikon hat sich offensichtlich dafür entschieden, weil XQDs die entstehenden Daten viel schneller wegspeichern können. Das ist insbesondere für Journalisten interessant oder aber für Videofilmer.

Für die Immobilienfotografie ist dieses Argument ein (einmalig schmerzhafter) Kostenfaktor.

3. Kein Augen-Autofokus

Der Titel sagt es schon. Es geht um die Fotografie von Motiven, die Augen haben. Wir finden beispielsweise Porträts schön, wenn die Augen (zumindest das dichter zur Kamera liegende) absolut scharf sind. Beide Kameras haben diese beliebte Fokus-Automatik nicht. Die Kritiker müssen also beim Fotografieren auf eine andere Technik bei der Scharfstellung ausweichen. Dafür gibt es im Video-Modus zumindest eine Gesichtserkennung, um auf den jeweiligen Akteur automatisch scharfzustellen.

Für die Immobilienfotografie ist dieses Argument also irrelevant.

4. Wenige Objektive und mangelnde Lichtstärke

Zum Start der Z7 wird es zunächst zwei Objektive geben: ein leichtes Weitwinkelobjektiv 35 mm f1.8 und ein Allround Zoomobjektiv 24-70 mm f4. Mit der Z6 kommt dann zwei Monate später auch noch ein Normalobjektiv 50 mm f1.8 heraus. Kritiker mosern, dass dies zu wenige Objektive seien. Allerdings sollten sie bedenken, dass es allesamt Neuentwicklungen sind und dass es für den harten Test vieler Modelle auch noch keine ausentwickelten Kameras gab.

Zudem wird die Objektivauswahl kritisiert: Das 35er sei ein Reportageobjektiv und eigne sich für das Genre Streetphoto, habe also einen begrenzten Einsatzbereich. Das 24-70er sei als Allrounder nicht weit genug gespannt. Gefordert wird ein 24-120er. Und das 50er sei mit 679 EUR zu teuer, zumal die alte Spiegelreflex-Version derzeit nur rund 200 EUR koste.

Neue Nikon-S-Objektive

Schlanke Objektivkonstruktion Nikon S zum Start.
Links: Zoomobjektiv 24-70 mm f4 | Mitte: leichtes Weitwinkelobjektiv 35 mm f1.8 | Rechts: Normalobjektiv 50 mm f1.8

Außerdem fordern einige Tester bei den Festbrennweiten-Objektiven, dass Nikon besser lichtstärkere Modelle mit Werten von f1.4 oder gar f1.2 an den Start gebracht hätte, um die optischen Vorteile des neuen Systems ausnutzen zu können.

Alle genannnten Brennweiten spielen in der Immobilienfotografie keine große Rolle, weil der starke Weitwinkelbereich laut Nikon-Roadmap erst 2019 mit einem 14-30 mm f4 und 2020 mit dem 14-24 mm f2.8 Berücksichtigung findet.

Einstweilen kann man sich mit dem von Nikon angebotenen FTZ-Adapter behelfen und die knapp 100 existierenden Objektivmodelle des Spiegelreflexsystems verwenden.

Für die Immobilienfotografie ist dieses Argument also irrelevant.

5. Klapp-Bildschirm statt Schwenkmonitor

So manche Profis geben in ihren Tests zu bedenken, dass die Kameraentwickler nicht genug Profi-Eigenschaften implementiert hätten. Im nächsten Moment jammern sie jedoch, dass sie ihr Profiwerkzeug nicht auch noch als Vlog-Kamera einsetzen können, um sich selbst zu filmen. Hier klaffen meiner Meinung nach Ansprüche aus einander. Und alles, weil man sich nicht im Monitor sehen kann, wenn man vor der Kamera steht. Denn der Bildschirm ist nur nach oben und unten klappbar, jedoch nicht um 180°. Und zur Seite schwenken und gleichzeitig drehen lässt er sich auch nicht.

Ich habe es seit der D750 als sehr angenehm empfunden, mit dem Klapp-Display rückenschonend von oben den Kameraausschnitt wählen zu können. Hin und wieder nervt es, wenn man im Hochformat fotografiert und dann eben nicht von oben das Bild beurteilen kann, weil durch die Kameradrehung der Bildschirm nur seitwärts klappbar ist. Allerdings entstehen über 90 Prozent meiner Bilder im Querformat.

Für die Immobilienfotografie ist dieses Argument also irrelevant.

6. Kein 4k 60p

Dies bezieht sich auf die Videofunktion der Kamera. Hier ist auch bei mehr Auflösung eine höhere Bildrate gewünscht, damit das Bild flüssiger läuft.

Für die Immobilienfotografie ist dieses Argument irrelevant.

7. Kein GPS

Wer viel herumkommt, für den ist es schön, später zu wissen, wo genau welches Bild aufgenommen wurde. Dazu haben einige Kameras ein GPS-Modul, das sich mit Satelliten unterhält und der Kamera den aktuellen Standort meldet. Diese Information wird dann bei der Aufnahme unsichtbar in der Bild-Datei gespeichert. Später kann sie am Computer ausgelesen werden.

Es mag schon interessant sein, wenn man nachvollziehen kann, wo eine Immobilie, die vermarktet wird, steht. Wie wichtig diese Funktion ist, steht aber in Frage. Schließlich findet ein Großteil der Aufnahmen in Innenräumen statt. Die GPS-Verbindung ist ohne freien Blick in den Himmel jedoch äußerst instabil. Außerdem werden die allermeisten Aufnahmen sofort verarbeitet und liegen umgehend entweder einem Ordner auf dem Computer oder erhalten gar einen Dateinamen, aus dem der Standort hervorgeht. Zudem verbraucht ein GPS-Modul Strom, was zu Lasten der Bildanzahl mit der aktuellen Batterieladung geht.

Für die Immobilienfotografie ist dieses Argument also irrelevant.

8. Keine beleuchteten Knöpfe

Bei professionellen Kameramodellen sind die Knöpfe an der Rückseite von hinten beleuchtet, damit man die Kamera auch im Dunkeln bedienen kann. Das ist ein schönes Produktmerkmal.

Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass in fast allen Immobilien immer noch soviel Licht vorhanden ist, dass man die Beschriftung der Knöpfe ohne Hilfslicht entziffern kann. Und in den ganz seltenen Fällen, wenn es wirklich mal nicht geht (beispielsweise bei Außenaufnahmen in der Dämmerung), kann die Lampe des Smartphones aushelfen.

Für die Immobilienfotografie ist dieses Argument also irrelevant.

9. Nicht ganz zuverlässiger kontinuierlicher Autofokus bei schlechtem Licht

Wir fotografieren ja Immobilien. Der Name sagt’s schon: sie stehen still. Der kontinuierliche AF ist beispielsweise etwas für Sportfotografen, die sich bewegende Athleten mit der Kamera verfolgen und auf schnelle Fokusänderungen reagieren müssen.

Falls dieses Phänomen sich jetzt verstärkt bemerkbar macht, ist das eine Kinderkrankheit des neuen Kamerasystems. Also wird Nikon an der Kamerasoftware arbeiten und alsbald ein Update bereitstellen und neue Kameras natürlich mit der aktuellen Version ausliefern.

Bei Immobilienfotos ist hingegen der statische Einzelautofokus immer vorzuziehen.

Für die Immobilienfotografie ist dieses Argument also irrelevant.

Fazit

  • Es gibt in naher Zukunft mit der Nikon Z6 und Z7 also zwei starke spiegellose Vollformatkameras, mit denen das Fotografieren auch noch Spaß machen wird.
  • Wir betrachten jedoch ein System, von dem bislang nur Vorserienmodelle getestet wurden.
  • Für Immobilienfotos eignet sich die Nikon Z6 besser.
  • Preisbewusst lassen sich bereits existierende Nikon-Objektive an den Kameras mit dem Adapter FTZ verwenden.
  • Die wesentlichen Kritikpunkte der Tester sind für die Immobilienfotografie größtenteils irrelevant.

Für wen sind Nikon z6 und z7 geeignet?

  • Berufsfotografen werden diese Kameras verwenden. Sie sparen Platz und Gewicht, insbesondere, wenn es um mobile Jobs geht.
  • Fotografen, die bislang mit Nikon fotografiert haben und bei denen nun ein Kamerawechsel ansteht, werden sich für die neuen Modelle entscheiden, weil sie neben einer hohen fotografischen Qualität auch von der Weiterverwendbarkeit ihrer bisherigen Objektive profitieren.
  • Fotografen werden von anderen Marken zu diesen Nikon-Kameras wechseln, weil Nikon die branchenweit respektierte einfache Handhabung (Haptik) und Bedienung (Menüführung) mit den Vorteilen einer spiegellosen Vollformatkamera verbindet.
  • Es wird auch einige Einsteiger geben, die sich mit der Z6 oder Z7 ausstatten und ihre fotografischen Fähigkeiten nach und nach entwickeln. Dieser Prozess wird einige Zeit in Anspruch nehmen und verlangt etwas Ausdauer.
  • Für Immobilienprofis, die ernsthaft an besseren Fotos für ihre Objekte arbeiten möchten, kündigt sich mit der Nikon Z6 ein erstklassiges Werkzeug an.

Werde ich mir eine dieser Kameras zulegen?

Der Bauch sagt „Ja“, der Kopf sagt (noch) „Nein“. Meine Nikon D750 ist derzeit das Arbeitspferd und macht hervorragende Aufnahmen in Zusammenarbeit mit dem Objektiv Tamron 15-30 und einigen anderen Nikon-Objektiven. Sollte eine Neuanschaffung notwendig werden, tendiere ich nach heutigem Stand zur Nikon Z6 mit Adapter FTZ.

Sobald ich aber die Chance sehe, diese Kamera selbst zu testen, werde ich selbstverständlich nicht zögern.

 
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