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Qualität von Immobilienfotos – der erste Eindruck zählt

Oliver M. Zielinski Oliver M. Zielinski - 19. Dezember 2018 - in: Marketing

Qualität von Immobilienfotos - der erste Eindruck zähltWenn Sie irgendwo in Erscheinung treten, haben Sie gerade mal zwei Sekunden Zeit, damit der erste Eindruck wirkt. Wer hier nicht auf den Punkt abliefert, hat verspielt.

Was sich so dramatisch liest, findet jeden Tag weltweit viele hundert Milliarden Mal statt: in der Werbung, beim Dating, bei der Immobiliensuche. Der erste Eindruck ist immer der wichtigste. Und für ihn gibt es keine zweite Chance. Diese Weisheit, die womöglich auf Oscar Wilde, Marc Twain oder Arthur Schopenhauer zurückgeht, gilt insbesondere für die Präsentation von Immobilien-Exposés.

Wann und wo entsteht der erste Eindruck?

Über 95 Prozent aller Immobilienrecherchen werden heute über das Internet angestoßen. So in etwa läuft die Suche ab:

Das bedeutet

Der erste Eindruck entsteht durch das Foto.

Wenn ein Angebot bereits an dieser Stelle versagt, wechselt der Interessent innerhalb von zwei Sekunden zum nächsten attraktiven Wettbewerber, der womöglich schon in der nächsten Zeile wartet.

Der geübte Online-User weiß, dass die besten Angebote immer oben stehen. Kaum einer wird also alle Angebote ab der zweiten Seite intensiv studieren. Er wird sie maximal überfliegen. Und hier hilft ein gutes Foto ungemein. Denn es gibt eine traurige Nachricht: Etwa 80 Prozent der Immobilienangebote agieren mit Schrottfotos (Analyse vom August 2018). Also sticht man mit einem tollen Foto aus der grauen Masse heraus und kann den Betrachter beim Überfliegen wirksam stoppen.

Einige Objekte mogeln sich an vordere Positionen, weil ihre Anbieter für eine bessere Platzierung bezahlt haben. Außerdem verschaffen sich einige Anbieter gegen Geld einen weiteren Vorteil, weil sie eine größere Bilddarstellung, eine auffälligere Schriftart oder eine farbige Hervorhebung gebucht haben.

Wer hier bestehen will und gleichzeitig gegen die Konkurrenz der werbefinanzierten Angebote anstinken möchte, der braucht nicht in etwa gutes Bildmaterial. Nein, er braucht exzellente Fotos, also:

  • Aufnahmen mit Aussagekraft, die dem Auge des Betrachters gefallen
  • Bilder, die technisch hervorragend gelungen sind (Farbe, Belichtung, Kontrast, Details).

Auch der zweite Eindruck zählt

Hat der Interessent ein Objekt favorisiert, möchte er weitere Informationen erhalten und klickt es in der Liste an. Im ersten Versuch erfolgt der Klick immer auf das Bild. Andere Links mit gleichem Ziel im Kurztext oder in der Überschrift funktionieren zwar auch, sind aber sekundär.

Auf dem Bildschirm erscheint das ausführliche Online-Exposé, das natürlich mit einem großen Bild der Immobilie startet. Auch hier wandert das Auge des Interessenten zunächst zum Foto.

Verhaltensforscher der amerikanischen Universität Norfolk haben in einer Studie durch Eyetracking herausgefunden, dass über 95 Prozent der Interessenten das erste Bild eines Immobilienangebotes im Schnitt 20 Sekunden lang anschauen. Dann erst studieren sie die anderen Informationen im Exposé.

Diese Zeit muss unbedingt genutzt werden, damit der Interessent eine Bindung zum Objekt aufbauen kann. Deshalb muss auch dieses Foto von exzellenter Qualität sein, damit der zweite Eindruck die ursprüngliche Euphorie nicht bremst. Und wieder entscheidet der Leser innerhalb von zwei Sekunden, ob er das Angebot interessant findet.

Insgesamt verbringen die Leser während des Studiums eines Angebots 60 Prozent der Zeit mit dem Betrachten von Bildern der Objekte. Der gleiche Qualitätsanspruch gilt also für alle weiteren Schlüsselbilder des Exposés. Sobald es zu einem Qualitätseinbruch kommt, beginnt das aufgebaute Vertrauen des Interessenten zu wanken. Zunächst eher un(ter)bewusst. Mit fortschreitender Mangelschau machen sich Unbehagen und Zweifel breit, die am Ende in Ablehnung münden können.

Wichtiger Nebeneffekt

Übrigens unterstützen Sie mit starken Fotos nicht nur den Vertrieb des betreffenden Objektes. Diese Bilder sind gleichzeitig Ihre Visitenkarte als Immobilienprofi. Denn der Interessent macht sich anhand Ihrer Aufnahmen ein Bild von Ihrer Leistungsfähigkeit und -bereitschaft schon lange bevor Sie ihn kennengelernt haben. Auch hier zählt, dass der erste Eindruck der beste sein muss und es für ihn keine zweite Chance gibt.

Das zeichnet gute Fotos aus

Natürlich stellt sich die Frage, was ein gutes Immobilienfoto ausmacht. In meinen Fotoworkshops zum Thema Immobilienfotografie wird diese Frage gleich am Beginn behandelt.

Es gibt acht messbare und emotionale Kriterien für gute Immobilienfotos

  1. Motivwahl (Ansicht, spürbare Ordnung, passendes Umfeld)
  2. freundliche und einladende Szenerie (Wohlfühlfaktor)
  3. Kamerastandpunkt (angenehme Blickhöhe und -winkel)
  4. gerade Ausrichtung (lot- und waagerecht)
  5. Bildaufteilung (harmonische Motivplatzierung)
  6. exakte Belichtung (dem Augenschein entsprechend)
  7. Farbtreue und Farbtiefe (Wahrnehmungstreue)
  8. Bildschärfe (Detailreichtum)

Es geht – zumindest bei den Schlüsselbildern – nicht darum, eine Immobilie zu dokumentieren, sondern zu zeigen, dass sie DAS Wunschobjekt ist.

Um gute Fotos zu machen, ist neben dem Wissen, wie man solche Aufnahmen erstellt auch ein guter Fotoapparat und etwas Zubehör erforderlich. Der Nutzen übersteigt die (gar nicht mal so hohen) Kosten in jedem Fall. Für die Ausrüstung gebe ich gern einige Empfehlungen und für das Fotowissen können Sie gern einen meiner Workshops besuchen.

 
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