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Testsieger: Fotostativ für Immobilienmakler

Oliver M. Zielinski Oliver M. Zielinski - 9. September 2019 - in: Ausrüstung

Lesezeit: 12 Minuten

Testsieger: Bestes Fotostativ für ImmobilienmaklerEs hat sich herumgesprochen – für gute Immobilienfotos benötigt man ein Fotostativ. Das hängt mit den optimalen Einstellungen der Kamera zusammen. Insbesondere in Innenräumen muss wegen des mangelnden Lichtes mit langen Belichtungszeiten fotografiert werden. Um nicht zu verwackeln, ist jedoch ein stabiler Stand der Kamera erforderlich. Und den gewährleistet ein gutes Fotostativ.

Je größer und schwerer ein solches Stativ ist, um so stabiler steht es auf dem Boden und hält die Kamera rüttelfest. Nun reist der geneigte Makler jedoch gern leicht und mit möglichst wenig Gepäck, was häufig dazu führt, dass er kleine und leichte Stative bevorzugt. Daher habe ich mir einige so genannte Reisestative von zwei bekannten Herstellern vorgenommen. Die versprechen, den Kompromiss aus geringem Gewicht, kleinem Packmaß und Stabilität bestmöglich zu lösen.

Dabei spielt auch die Konstruktion des Stativs eine Rolle. Bei den Leichtgewichten gibt es welche, die direkt unter der Kamera eine starre Mittelsäule haben, während bei anderen diese Mittelsäule versenkbar ist. Erstere Kandidaten sind häufig preiswerter und werden deshalb von Maklern bevorzugt. Ob diese Entscheidung richtig ist, wird dieser Test auch offenlegen.

Wenn Sie nur am Testsieger interessiert sind, dann klicken Sie auf den folgenden Button, und Sie landen am Ende dieser Seite bei der Auswertung. Alle anderen können gern weiterlesen, welche Ergebnisse der Stativtest im Einzelnen gebracht hat.

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Das sind die Kandidaten für den Fotostativ-Test

Manfrotto befree one

Manfrotto befree oneManfrotto befree oneDieses Aluminiumstativ empfehle ich seit einiger Zeit, da es den oben genannten Kompromiss aus Gewicht, Größe und Standfestigkeit recht gut erfüllt. Es hat eine starre Mittelsäule. Jedes Bein besteht aus vier Segmenten, die mit drei Flip-Locks per exzentrischem Hebeldreh an einander festgeklemmt werden.

Manfrotto befree Carbon

Manfrotto befree CarbonManfrotto befree CarbonMit diesem Stativ liebäugelte ich schon länger, da es aufgrund des verbauten Carbons in den Beinen einen Gewichtsvorteil bei hoher Stabilität versprach. Hier ist die Mittelsäule versenkbar. Dafür besteht auch hier jedes Bein aus vier Segmenten mit Flip-Lock-Klemmen.

Rollei Traveller Compact No.1 Carbon

Rollei Traveller Compact No.1 CarbonRollei Traveller Compact No.1 CarbonDas ist ein Leichtgewicht mit stehender Mittelsäule. Fünf Beinsegmente sind durch vier Twist-Locks, also Drehklemmen mit einander verbunden.

Rollei Traveller Compact No.1 Carbon neu*

Rollei Traveller CarbonRollei Traveller CarbonDas ist das Pendant zu vorherigem Stativ, jedoch mit versenkbarer Mittelsäule. Es hat ebenfalls je fünf Twist-Lock-fixierte Beinteile.

*neu – etwas Verwirrung stiftet die Firma Rollei mit der Bezeichnung. Ich habe dieses Stativ direkt bei Rollei gefunden. Es hat zwar eine eindeutig andere Konstruktion als das Stativ mit starrer Mittelsäule, wird aber unter dem gleichen Namen vertrieben. Selbst die Artikelnummer ist die gleiche. Ich habe Rollei daraufhin kontaktiert und folgende Antwort erhalten: Auf Kundenwunsch sei das Stativ mit der stehenden Mittelsäule umgebaut worden, damit die Säule für die bodennahe Fotografie auch kopfüber eingesetzt werden kann. Im Handel ist momentan fast nur die alte Version zu finden. Das werde sich in Zukunft aber ändern. Der Amazon-Produktlink auf dieser Seite verweist momentan noch auf ein annähernd baugleiches Stativ von Rollei.

Manfrotto 055XPROB mit Manfrotto Getriebeneiger MA 410

Manfrotto 055 XPROBManfrotto 055 XPROBAußer Konkurrenz läuft mein Profi-Stativ mit. Da es kein Reisestativ ist, ist es größer und schwerer und trägt eine deutlich schwerere Ausrüstung. Die Mittelsäule ist versenkbar und die jeweils drei Beinsegmente werden mit zwei Flip-Locks fixiert. Statt eines Kugelkopfs kommt ein schwerer GetriebeneigerManfrotto MA410 zum Einsatz, mit dem sich die Kamera sehr feinfühlig ausrichten lässt.

Wichtige Eigenschaften dieser Fotostative

Die Reisestative erreichen ein kleines Packmaß für den Transport, weil die Beine um 180° nach oben geschlagen werden können und sie die Mittelsäule quasi kopfüber umschließen.

Sie haben Gummifüße und eignen sich daher auch für den Einsatz auf empfindlicheren Oberflächen. Dennoch empfehle ich immer, vor dem Aufbau die Füße auf Einschlüsse und anhaftende Steinchen zu kontrollieren.

Eigentlich sind diese Stative für kleinere und leichtere Kameras gedacht, aber auch eine Spiegelreflexkamera mit Objektiv, wie sie bei der Immobilienfotografie zum Einsatz kommen, lässt sich darauf zuverlässig befestigen. In den folgenden Tests ist das die Nikon D5600Kamera Nikon D5600 und das Zoomobjektiv Nikon 10-24 mmNikon 10-24 mm.

Die Kandidaten sind alle mit einem Kugelkopf ausgestattet, der eine genaue Ausrichtung der Kamera auf dem Fotostativ ermöglicht.

Kandidaten für Fotostativ-Test

Die Kandidaten für Fotostativ-Test von links: Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon, Manfrotto befree one, Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon direct*, Manfrotto befree Carbon

Gewählt habe ich Stative, die ich entweder selbst empfohlen habe oder die Teilnehmer zu meinen Fotoworkshops für Immobilienfotografie dabei hatten.

Die technischen Daten der einzelnen Modelle spare ich mir, wichtig ist jedoch, dass sie eine Höhe erreichen, mit der Innenräume von Immobilien gut zu fotografieren sind.

Die Kategorien und Bewertung für den Fotostativ-Test

Einige der Kategoriebegriffe sind hier schon gefallen, das sind Gewicht, Packmaß und Stabilität. Die ersten beiden lassen sich ganz simpel messen. Für den Stabilitätstest habe ich ein einfaches Verfahren aufgebaut, das dem Einsatz in der Praxis nachempfunden ist.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor – die Handhabung. Dazu habe ich die Auf- und Abbauzeit gemessen und die bequeme Nutzung einiger Ausstattungsmerkmale bewertet.

Die Wertung erfolgt immer mit maximal vier Punkten. Die Kategorie Stabilität wird jedoch stärker gewichtet, da sie der eigentliche Grund für den Einsatz des Stativs ist. Hier sind maximal acht Punkte erreichbar.

Das Gewicht

Das Testverfahren ist denkbar einfach: Jedes Stativ muss mit Kugelkopf auf die Waage. Die Schnellwechselplatten habe ich abmontiert, da diese im Praxiseinsatz meist an der Kamera verbleibt. Dadurch ergeben sich womöglich Schwankungen zu den Angaben in Online-Shops und beim Hersteller.

Stativgewichtmessung

Stativgewichtmessung – der spätere Testsieger auf der Waage

Das das leichteste Stativ erhält die höchste Punktzahl, da es das Ziel der Makler ist, möglichst leicht unterwegs zu sein.

Modell
Gewicht
Punkte
Manfrotto Befree One
1.011 g
3
Manfrotto Befree Carbon
1.116 g
1
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon
1.013 g
2
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon neu*
953 g
4

Mein Profistativ Manfrotto 055XPROB mit Getreibeneiger kommt auf ein Gesamtgewicht von 4.021 g.

Das Packmaß

Im Normalfall benennt das Packmaß die Länge des Stativs zusammengeklappt im Transportzustand. Wichtig können jedoch auch das Volumen oder der Umfang sein, wenn das Stativ separat verstaut werden muss. Also werden für diesen Test die Stative vermessen – sowohl in der Länge als auch in der Breite. Multipliziert man beide Werte, erhält man die Fläche im liegenden Zustand. Da die Stative nahezu symmetrisch gebaut sind, ist diese Angabe ein guter Indikator für den Vergleich der beanspruchten Größe.

Ermittlung des Fotostativ-Packmaß

Fotostativ auf dem Messtisch – links oben: Manfrotto befree one, rechts oben: Manfrotto befree Carbon, links unten: Rollei Compact Traveller No. 1 carbon, rechts unten: Rollei Compact Traveller No. 1 carbon neu*

Der kleinste Wert erhält deshalb die höchste Punktzahl, denn er deutet auf das kompakteste Stativ.

Modell
Länge x Breite
Punkte
Manfrotto Befree One
32 x 10 cm
3
Manfrotto Befree Carbon
40 x 9 cm
2
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon
33 x 9 cm
4
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon neu*
33 x 9 cm
4

Mein Profistativ Manfrotto 055XPROB mit Getreibeneiger kommt auf eine Fläche von 79 x 13 cm.

Die Stabilität

Um die Stabilität von Fotostativen zu testen, muss man sie herausfordern. Daher habe ich folgenden Testaufbau entwickelt:

Testverfahren

  • Die Stative sind alle auf die gleiche Höhe eingestellt, so wie sie für die Immobilienfotografie am häufigsten zum Einsatz kommt.
  • Dabei ist für jedes Stativ eine möglichst stabile Einstellung gefunden worden (die dünnsten Beine weitestgehend eingezogen, Mittelsäule wenn möglich eingefahren).
  • Auf dem Stativ ist eine Kamera mit Objektiv montiert, wie sie für die Immobilienfotografie geeignet ist (Nikon D5600 mit Zoomobjektiv Nikon 10-24 mm, zusammen 1.134 g).
  • Direkt über der Kamera ist ein 1,20 m langes Pendel angebracht, an dessen unterem Ende ein 30 g schwerer Schaumgummiball befestigt ist.
  • Der Schaumgummiball wird 80 cm von der Kamera entfernt und losgelassen, so dass er auf die Kamera trifft.
  • Die Kamera befindet sich im Videomodus und nimmt den Einschlag auf. Dabei filmt sie ein Testbild mit Linien und Kreisen.
  • Ausgewertet wird die Zeit der Kameraerschütterung vom Einschlag bis zum völligen Stillstand des Testbildes im aufgenommenen Video.
  • Die Einschläge werden sowohl von der Seite als auch von hinten ausgeführt.
  • Um Messtoleranzen einzugrenzen, wird die Prozedur je Stativ und Richtung je dreimal wiederholt.
Testaufbau: Schaumgummiball kurz vor dem Einschlag

Testaufbau: Schaumgummiball kurz vor dem Einschlag

Aus den Werten der Einschläge von hinten und von der Seite wird je Stativ ein Mittelwert gebildet.

Je kürzer die gemessene Zeit bis zum Stillstand ist, um so mehr Punkte gibt es.

Da diese Kategorie das ausschlaggebende Argument für den Einsatz eines Fotostativs liefert, wird die erreichbare Punktzahl verdoppelt.

Modell
Zeit
Punkte
Manfrotto Befree One
2,3 s
2
Manfrotto Befree Carbon
1,2 s
8
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon
2,2 s
4
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon neu*
1,3 s
6

Für meine Profi-Kombination, bestehend aus dem Stativ Manfrotto 055XPROB mit Getriebeneiger MA410 und montierter Vollformat-Kamera Nikon D750Kamera Nikon D750 mit Weitwinkelzoom Tamron 15-30 mmTamron 15-30 (zusammen 2.022 g), ergab der gleiche Stresstest eine sensationelle Beruhigungszeit von 0,5 Sekunden.

Die Handhabung

Für die bequeme Handhabung eines Stativs gibt es einige wichtige Bauteile, die ebenfalls bewertet sein wollen.

Kugelkopf

Ist die Kamera erst einmal montiert, muss sie für eine gute Bildkomposition genau waagerecht und senkrecht ausgerichtet werden. Das gelingt am besten mit einem seidenweich laufenden Kugelkopf, den man bis zum Schleifpunkt löst, damit man gegen einen ganz leichten Widerstand die Kamera exakt justiert. Die Wertigkeit eines Kugelkopfs lässt sich durch Erfahrung bestimmen (hier müssen Sie mir einfach glauben).

Kugelköpfe der getesteten Stative

Kugelköpfe der getesteten Stative – links der schwächste Testkandidat und rechts der Testsieger mit Panoramafunktion

  • Der Kugelkopf des Manfrotto Befree One lässt sich nur mit erfahrener Hand auf besagten Schleifpunkt einstellen. Der Unterschied zwischen fest und lose erfolgt nahezu stufenlos. Außerdem fühlt sich das Gleiten der Kugel in der Pfanne eher rauh an.
  • Am Manfrotto Befree Carbon ist ein anderer Kugelkopf verbaut, hier kann man deutlich feinfühliger justieren. Allerdings gibt es auch hier einige hakelige Positionen bei denen die Kamera während der Justage unerwartet die Position ändert.
  • Das Rollei Compact Traveller No.1 carbon läuft noch weicher, hat aber auch einige plötzliche Widerstände. Dafür gibt es aber eine Panoramafunktion, mit der man die Kamera nach rechts und links schwenken kann, ohne die anderen Positionen (oben, unten und Drehung) zu verlieren.
  • Das Stativ Rollei Compact Traveller No. 1 carbon neu* liefert für das eingesetzte Kamera-Objektiv-Gewicht eine tadellose Funktion und ist ebenfalls panoramafähig.
Modell
Punkte
Manfrotto Befree One
1
Manfrotto Befree Carbon
2
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon
3
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon neu*
4

Mein professionelles Stativ verfügt statt eines Kugelkopfs über einen Getriebeneiger, mit dem die Kamera über Drehregler sehr feinfühlig in allen drei Achsen genau ausgerichtet werden kann.

Schnellwechselplatte

Damit die Kamera wirklich fest mit dem Stativ verbunden ist und sie trotzdem schnell vom Dreibein getrennt werden kann, wird eine Schnellwechselplatte mitgeliefert, die an das Stativgewinde an der Unterseite jeder Kamera passt. Es hat sich eingebürgert, diese Stativplatte permanent an der Kamera zu lassen. Sie ist leicht und trägt nicht sonderlich auf. Das Profil der Schnellwechselplatte hakt in das Gegenstück auf dem Kugelkopf ein und wird dort festgeklemmt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das so genannte Arca-Swiss-Profil (benannt nach dem schweizer Qualitätshersteller von Kameras und Stativköpfen) durchgesetzt.

Es gibt auch andere Profile, die aber nicht untereinander kompatibel sind. Manfrotto hat beispielsweise mit seinen Schnellwechselsystemen 200PL und 410PL Profilsysteme erfunden, bei dem die Stativplatte ohne wesentliches Zutun im Kugelkopf einrastet.

Schnellwechselplatten Manfrotto 200PL und Arca Swiss

Schnellwechselplatten Manfrotto 200PL und Arca Swiss: links Manfrotto, rechts Rollei (Arca Swiss)

  • Die Schnellwechselplatten der getesteten Manfrotto-Stative haben zwar das Format 200PL, sind aber im Gegensatz zu größeren Stativen dieses Herstellers nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff. Außerdem hat die Aufnahme am Kugelkopf der Reisestative keinen Einrast-Mechanismus – man muss die Platte manuell mit einem Hebel festklemmen. Das Lösen erfordert manchmal Kraft. Ungeschickte Hände klemmen sich dabei auch gern mal die Finger ein, wie ich in meinen Fotoworkshops beobachten konnte.
  • Die Rollei-Stative haben Stativköpfe, die das Arca-Swiss-Profil aufnehmen. Die Platte samt Kamera wird durch einen Schraubknauf mit dem Kugelkopf verbunden. Das funktioniert intuitiv.
Modell
Punkte
Manfrotto Befree One
3
Manfrotto Befree Carbon
3
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon
4
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon neu*
4

Ich habe alle meine professionellen Kameras und Stative auf Arca-Swiss adaptiert. Die Kameras verfügen über so genannte L-Winkel, die das Arca-Swiss-Profil sowohl an der Unterseite als auch an der linken Kameraseite aufweisen. Damit gelingt der Wechsel vom Quer- auf Hochformat sehr schnell, ohne die optische Achse arg zu verändern. Für professionelle Kameras mit schweren Objektiven gibt es gehäusespezifische L-Winkel, andere Kameras kommen mit einem (deutlich preiswerteren) UniversalwinkelL-Winkel aus.

Klappmechanismus

Wie bereits beschrieben müssen zu Gunsten des geringen Packmaßes die Stativbeine um 180° umgeklappt und können im Anstellwinkel justiert werden. Die beiden Hersteller verwenden unterschiedliche Mechanismen.

Klappmechanismus für Stativbeine

Klappmechanismus für Stativbeine: links Manfrotto, rechts Rollei

  • Bei den Manfrotto-Stativen gibt es am oberen Ende der Stativbeine einen Drehring aus Kunststoff, der zwei verschiedene Anstellwinkel für die Beinspreizung und das Umklappen zulässt. Bei der Bedienung muss man leicht Umgreifen, um schnell zum gewünschten Ergebnis zu gelangen.
  • Die Rollei-Stative haben eine weit verbreitete Drucksperre, die bei gedrückter Taste mehrere Anstellwinkel ermöglich oder aber das Zusammenklappen gestattet. Es ist für mich die haptisch gelungenere Variante, obwohl ich seit Jahren in meinen Workshops mit der anderen Verriegelung gearbeitet habe und damit zufrieden schien.
Modell
Punkte
Manfrotto Befree One
3
Manfrotto Befree Carbon
3
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon
4
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon neu*
4

Klemmmechanismus

Für die Feststellung der ineinanderschiebbaren Beinsegmente sind bei Fotostativen zwei bereits beschriebene Techniken verbreitet: Twist-Lock und Flip-Lock. Beide funktionieren gut und zuverlässig. Aber dennoch möchte ich verschiedene Bewertungen vergeben.

Stative mit Flip-Lock und Twist-Lock

Die KIemmmechanismen bei Fotostativen : links Manfrotto Flip-Lock, rechts Rollei Twist-Lock

  • Die Rollei-Stative haben Twist-Locks verbaut. Man kann sie ohne Blickkontkakt bedienen. Ein guter Trick: im zusammengeschobenen Zustand kann man alle vier Drehringe mit einem Mal fassen und öffnen oder schließen. Das spart Zeit (und sieht cool aus), da man in Sekundenschnelle das komplette Stativbein ausgefahren hat.
  • Die Manfrotto-Stative arbeiten mit Flip-Locks, bei denen an den Kupplungen Klemmhebel umgelegt werden müssen. Auch hier kann man mehrere Hebel auf einmal bedienen, um Zeit zu sparen. Allerdings hat mir das No-Look-Verfahren wiederholt einen eingeklemmten Finger und eingerissenen Fingernagel beschert. Also: besser hingucken.
Modell
Punkte
Manfrotto Befree One
2
Manfrotto Befree Carbon
3
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon
4
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon neu*
4

Aufbauzeit / Abbauzeit

Viele Teilzeitfotografen tun sich schwer, ein Fotostativs schnell auf- und wieder abzubauen. Das hängt zum Teil mit mangelnder Erfahrung aber auch mit schwergängigen und zusätzlichen Handgriffen zusammen.

Für diesen Test habe ich die Zeit gemessen, die für den Aufbau des Stativs vom zusammengeklappten Zustand bis zur Montage der Kamera (ohne Ausrichten) vergeht. Und natürlich auch für den Zusammenbau des Stativs. Bei den Fotostativen mit versenkbarer Mittelsäule kommen einige Handgriffe hinzu, da diese für das geringe Packmaß voll ausgefahren sein muss, während für eine stabile Fotoposition eine möglichst kurze Mittelsäule wichtig ist.

Auch hier wurde zur Eingrenzung von Messtoleranzen jede Messung dreimal wiederholt und dann ein Mittelwert genommen.

Je kürzer die Gesamtzeit für Auf- und Abbau, um so höher die Punktzahl.

Modell
Gesamtzeit
Punkte
Manfrotto Befree One
50,3 s
3
Manfrotto Befree Carbon
60,0 s
1
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon
47,4 s
4
Rollei Compact Traveller No. 1 carbon neu*
57,6 s
2

Das professionelle Manfrotto mit Getriebeneiger und Nikon D750 mit Tamron Weitwinkelzoom schaffte es trotz des enormen Gewichts- und Größennachteils auf eine Rekordzeit von 45,8 Sekunden. Hier sind allerdings pro Bein auch nur zwei Flip-Locks zu bedienen.

Fazit

Testsieger ist das Rollei Compact Traveller No. 1 carbon.

In den Kategorien Gewicht, Packmaß und Handhabung, hat das Stativ Bestwerte erzielt.

Bei der Stabilität kommt dieses Fotostativ nur 0,1 Sekunde nach dem standfestesten Kandidaten zur Ruhe. Hier haben die Stative mit frei stehender Mittelsäule klare Nachteile gezeigt – sie brauchten rund eine Sekunde mehr, um zur Ruhe zu kommen.

Lediglich bei der Auf- und Abbauzeit landet es im hinteren Feld, was natürlich mit den zusätzlichen Handgriffen zur Bedienung der Mittelsäule zu tun hat. Andererseits verhilft genau die versenkbare Mittelsäule dem Stativ zu diesen tollen Stabilitätswerten.

Wer also auf der Suche nach einem guten Reisestativ ist, der wird mit dem Testsieger ganz sicher glücklich werden. Mehr Stabilität ist dann nur mit mehr Gewicht, Größe und Geldeinsatz zu haben.

Alle Ergebnisse in der Zusammenfassung

Insgesamt konnten 36 Punkte erreicht werden.

Modell
Gewicht
Packmaß
Stabilität
Handhabung**
Gesamt
3
3
2
12
20

**Einzelwertungen zusammengefasst

 
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